© effzeh.com

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Der Erste Fußballclub legte eine durchaus überzeugende Hinrunde hin und liegt mit 24 Punkten aus 17 Spielen und Platz neun vor dem Rückrundenstart voll im Soll. In der Winterpause wurde der Kader zudem punktuell verstärkt. Während an mancher Ecke schon wieder von höheren Sphären geträumt wird, bleiben die Verantwortlichen in Köln auf dem Teppich. Wo geht denn die Reise für das Team von Peter Stöger eigentlich hin?

Es gibt sie immer, die Schwärmer, die von davon träumen, den 1. FC Köln eines Tages in Mailand siegen zu sehen, und es gibt die Skeptiker, die den effzeh trotz einer starken Hinrunde am Ende im Abstiegskampf sehen. In unserer Fan-Redaktion ist das nicht anders. Deswegen haben wir bei effzeh.com  mal wieder die Köpfe zusammengesteckt. Unsere Rudelbildung kurz vor dem Rückrundenstart.

Thomas: Angriff auf Europa oder Kampf um den Klassenerhalt: Was ist drin für den effzeh?

Sebastian: Die tendenzielle Antwort nach der Ausrichtung der Rückrunde ist, in meinen Augen, abhängig vom Ausgang ersten vier Partien.
Holt das Team gegen Stuttgart, Wolfsburg, Hamburg und Frankfurt rd. 9 Punkte, dürfte die Marschrichtung klar sein. Fällt die Ernte geringer aus, bin ich bei den Spielern und Verantwortlichen: „Erstmal die magische 40 knacken und dann sehen, was noch zu holen ist“.

Gero: Das ist doch nicht Fisch und nicht Fleisch, Sebastian!
Gerade die ersten Partien werden deutlich dafür sprechen, dass das Ziel dann nicht mehr „Klassenerhalt“ lauten wird – und auch nicht lauten darf!
Ich freue mich schon auf Schmadtke’s Worte „Ruhig bleiben. Noch brauchen wir keinen größeren Kader. Die Europa League beginnt erst im September. Ganz ruhig.“

Sebastian: Nicht Fisch nicht Fleisch? Meine Glaskugel ist beim letzten Umzug verschütt gegangen, deshalb lasse ich das Team die Antwort geben.

Rolf: Ich bin skeptisch, die meisten sehen das Ganze aus meiner Sicht etwas zu positiv. Der effzeh ist m.M. noch nicht so gestärkt das man eine stressfreie Rückrunde erwarten kann. mir sind die regelmässigen „Aussetzer“ gegen Teams auf Augenhöhe bedenklich. Ausserdem werden unsere NRW-Freunde uns nicht nochmal den Luxus erlauben uns nicht ernst zu nerhmen. Ich rechne mit Platz 12 – 14.

Patrick: Wir sollten jubilieren, sobald die 40 Punkte unserem Konto gutgeschrieben sind. Und danach? Wenn es eins gibt, dann darf dann weitergejubelt werden bis zum Ende der Saison.

Thorsten: Bin da bei Jörg Schmadtke. Die Punkte, die wir in der Hinrunde geholt haben, holen wir gegen diese Teams nicht mehr. Wir müssen gegen direkte Mitabsteigskandidaten punkten. Damit ist auch die Marschrichtung klar. Ganz klar. Wer von Europa spricht, ist ein Träumer.

Arne: Auftritte gegen in der Tabelle hinter uns platzierte Mannschaften werden in der Tat dafür entscheidend sein, ob aus dieser bislang guten eine sehr gute Saison werden kann. Ich gehe auch davon aus, dass wir gegen vor uns platzierte Teams nicht mehr so viel punkten werden, von daher gilt es insbesondere die Heimspiele gegen Stuttgart, Frankfurt, Darmstadt und Bremen zu gewinnen. Wenn das gelingt, steht der Klassenerhalt fest und die Mannschaft kann zeigen, wie weit sie tatsächlich schon ist, wenn es darum geht, ganz oben anzugreifen. Da sehe ich uns allerdings nicht so stark wie andere – von daher ist Platz neun am Ende absolut okay.

Christopher: Unsere defensive Stabilität sollte uns zum Klassenerhalt verhelfen und alles weitere wäre ohnehin nur Bonus. Wenn unsere Offensivspieler mehr Konstanz, Präzision und Torgefahr entwickeln, geht vielleicht auch was in Richtung einstelliger Tabellenplatz. Bei aller Bescheidenheit hat Stöger aber zuletzt den Nagel auf den Kopf getroffen, als er sagte, dass wir letzte Saison überwiegend für unsere Stabilität gelobt wurden und die Gegner nun reihenweise zugeben, mit einem Punkt gegen uns gut bedient zu sein. Für den großen Wurf nach Europa wird es aufgrund unserer Offensive nicht reichen, für den Klassenerhalt sollte es genügen.

Thorsten: Ungewohnte Einstimmigkeit. Gefällt mir das? Sind wir alle wirklich zufrieden mit der defensiven Stabilität, mit dem planlosen Rumgebolze vorne und den paar Glückstreffern? Müsste die Mannschaft nicht schon längst viel weiter sein? Stagniert die Arbeit des Trainers oder kann er ncoh was rausholen. Kramt der Manager endlich mal einen Königstransfer aus dem Ärmel oder geben wir unsere Juwelen für teures Geld ab und es kommt nur Durchschnitt nach? Der Pessimist in mir, sieht nach dem Abgang von Hector und Horn den Kampf gegen Abstieg auf längere Zeit…

Arne: Ich glaube nicht, dass das jetzige Potential des Kaders in der immerhin erst zweiten Saison in der Bundesliga wesentlich mehr ermöglicht haben könnte. Die Kleinschrittigkeit des effzeh sorgt für ein grundsolides Fundament, durch das auch Abgänge und lange Verletzungspausen kompensiert werden könnten. Dass Hector und Horn irgendwann gehen werden, ist wahrscheinlich. Die Potentiale von Gerhardt, Heintz und auch Bittencourt zeigen aber, dass der effzeh in der Neuzeit noch nie so gut und so breit aufgestellt war. Aus ein paar Spielen, die dann nicht so gut liefen, gleich einen generellen Trend abzuleiten halte ich für falsch.

Lukas: Ich glaube, dass wir in der Rückrunde noch ordentlich ins Schwitzen kommen werden. Außer dem obligatorischen 3er gegen die Bayern werden wir niemanden der ersten 6 Plätze schlagen können. Ergo geht mir dieses Gelaber von Europa ziemlich auf die Eier.
Es gilt 16 Punkte zu holen und das gegen die Mannschaften hinter uns. Von wegen 6-Punkte-Spiel und so.

Gero: In den letzten Jahren gab es immer wieder Teams, die es unerwartet in den europäischen Wettbewerb geschafft haben, um im Folgejahr dann mehr denn je um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Ich denke nicht, dass jemand dieses Szenario möchte.
Vor der Saison war mein Wunsch an die Spielzeit, dass der effzeh rechnerisch möglichst bereits drei Spieltage vor Saisonende die Zielflagge erreicht – insofern bleibt unverändert das zentrale Ziel genau das: der Klassenerhalt!
Träumen ist ein Vergnügen, das einem niemand verbieten kann. Aber war vor dem Vergnügen kommt nun einmal erst die Arbeit – und die heißt zunächst VfB Stuttgart.

Tim: Alles ist möglich, wenn ein guter Start wie in der Hinrunde gelingt, kann der effzeh an den europäischen Plätzen schnuppern (träumen darf erlaubt sein). Gelingt das nicht, wird sich der effzeh im Mittelfeld der Tabelle am Schluss der Saison einfinden, Abstieg ist in meinen Augen kein Thema, dafür ist die Mannschaft in sich zu gefestigt, hat einen aktuell mit 9 Punkten auf den Relegtionsplatz komfortablen Vorsprung und genügend Potenzial dem Abstieg frühzeitig adieu zu sagen. Aber wie heißt es so schön, wir denken nur von Spiel zu Spiel, so dass schnellstmöglich die 40 Punkte Marke erreicht werden soll, um dann das ausgegebene Saisonziel frühzeitig zu erreichen. Was dann noch möglich ist und wie viele Spiele noch auf dem Plan stehen wird sich dann zeigen, woraus sich dann die Korrigierung nach oben hin vom gesteckten Saisonziel ableiten lässt.

Rolf: Ich bringe es mal auf den Punkt: Schnell 40 Punkte, damit Ruhe im Karton und eine neue Rudelbildung für die Steckung neuer Saisonziele – ok so?

Gero: Mit dem Punkt, auf den Du es bringst, werden aus den 40 schon 41. Weiter so – ich kann beliebig weiterzählen …
OK, nicht beliebig! In der Rückrunde kann der effzeh schließlich „nur“ weitere 51 Punkte gewinnen.

Patrick: Scheiße, sind wir Mainstream geworden…

Martin: Buuh! Wo sind denn die Träumereien hin? So schlimm war die Hinrunde doch nicht, dass wir zittern müssten. Der VfB ist nicht besser geworden, Wolfsburg schon mal gar nicht, den HSV hauen wir weg und wenn wir dann gegen Frankfurt spielen, steht Armin Veh da kurz vorm Rauswurf. Ergo: 12 Punkte. Mindestens. Und gegen die rheinischen Rivalen haben wir ja nicht nur so gewonnen, sondern waren immer besser. Wir haben uns in der Winterpause mit Champions-League-Stars verstärkt, die den AS Rom im Alleingang abgeledert haben. Und hier reden alle vom Klassenerhalt. Ich bin enttäuscht!

Sebastian: Der WDR fasst auf seiner Internetseite die Vorbereitung ganz nett zusammen:
„Was sind die Ziele für die Rückrunde?
Vorrangiges Ziel bleibt der Klassenerhalt, auch wenn der FC mit 24 Punkten aus der Hinrunde derzeit gesichert im Mittelfeld der Tabelle steht. „Wer glaubt, dass alles von alleine läuft, ist ein Narr“, warnte Schmadtke in der Bild-Zeitung. Vom Europacup träumen dürfen nur die Fans – und Lukas Podolski.“

Rolf: Ich bin eher der Realist und es gibt da zwei Problembereiche – immer noch die fehlende Konstanz im Mittelfeld, Gerhardt müsste jetzt mal so richtig zünden, Vogt spielt mir zu fehlerhaft, gerade im Aufbau und der „alte“ Mann Lehmann kommt auch an seine Grenzen. Ausserdem mal wieder die Psychologie, denn immer wenn der effzeh es in der Hand hatte nach oben zu kommen und sich festzusetzen hat er gerade gegen die „gleiche-Augenhöhe-Fraktion“ regelmässig versagt. Ich habe da mehr von diesem Teamentwickler aus Österreich erwartet. Und ich bin jetzt mal böse, der effzeh war vor ein paar Spielzeiten auch mal auf einen eistelligen Platz und hat dann die Rückrunde gnadenlos verkackt mit dem Ergebnis eines direkten Abstiegs.

Lukas: Und man sollte immer auch das mahnende Beispiel Eintracht Frankfurt im Hinterkopf haben.

Gero: Lasst uns einfach nach vorne schauen – und zwar zunächst auf den Heimsieg gegen den VfB!

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