Das zweite Endspiel um Europa steht für den 1. FC Köln auf dem Programm. Im Vorfeld liegt der Fokus nicht auf dem Gegner, es herrscht Zurückhaltung beim effzeh .

Früher, als der 1. FC Köln noch der von uns hassgeliebte Chaos-Klub war, galt vor wichtigen Duellen die eiserne Regel: Bitte keine vollmundigen Ankündigungen in der Presse, keine Versprechen an die Anhänger und (ganz wichtig!) bitte keine peinliche Motto-Geschichte im Express. Alles raushauen, den Arsch für die Fans aufreißen, wir wissen um die Wichtigkeit. Mato Jajalo auf der Rolltreppe. Kevin Wimmer am Steinauto. Irgendwelche anderen Spieler mit Pfeil und Bogen oder einem Schwert oder was auch immer. Bitte keine Express-Mottogeschichten. Es kann nur schief gehen. Reden ist Niederlage, Schweigen ist Sieg!

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Und nun das: Unter der Überschrift „Wir wollen alles raushauen“ verkündet effzeh-Keeper Timo Horn vor dem unfassbar wichtigen Nachbarschaftsduell in Leverkusen die traurige Nachricht für alle Eingeweihten. Es wird nichts werden. Im O-Ton als Antwort auf die Frage, ob es schön ist, nach 21 Jahren wieder vor dem rheinischen Rivalen zu landen: „Wenn man ehrlich ist, legt man den Fokus auf die Europa League. Leverkusen gehört von den Spielern her zu den Top Vier. Sie haben ihr Potenzial aber nicht abrufen können. Für die Fans ist das sicher eine schöne Randnotiz, für uns ist das erstmal uninteressant. Wir wollen in den letzten beiden Spielen alles raushauen und dann schauen wir, was am Ende dabei rauskommt.“ Immerhin: Die Rivalität zum Gegner von der falschen Rheinseite wird heruntergespielt, kein „Wir wollen dieses Spiel für unsere Anhänger gewinnen“.

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„Wir sind zu 100 Prozent bereit“

Photo by Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images

Als sich gerade die Unruhe bezüglich dieser öffentlichen Aaussagen gedämpft hatte, legte die dänische Abwehrkante Frederik Sörensen nach: „Ich bin zu 100 Prozent bereit und die anderen in der Mannschaft auch“, ließ der Innenverteidger via effzeh-Homepage wissen. Aber auch hier: Fokus auf den Traum, der da Europapokal heißt. Wer ist schon Leverkusen? Da denkt sich der Insider: Die werden doch wohl nicht? Doch, sie nehmen Dampf aus dem Derby-Kessel. Und freuen sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Mailand, Baku, Budapest, Rom, Kopenhagen, Valencia, Mailand, Teneriffa. Wir träumen von Europa, vom Europapokal. Der Gegner? Wird professionell-kühl angegangen: „Ich gehe von einem schweren Spiel aus, zumal es auswärts ist. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass die Fans heiß sind und wir in Leverkusen vielleicht sogar ein halbes Heimspiel haben werden. Ich hoffe, dass uns die Unterstützung der Fans trägt und wir ein ähnliches Spiel in Leverkusen zeigen können wie im letzten Jahr“, so Timo Horn.

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Und außerdem: Es hat sich so viel geändert beim 1. FC Köln. Mittlerweile bleiben umworbene Spieler in der Stadt, auf den Entscheiderposten wird nicht von Monat zu Monat geschaut und selbst der Coach ist schon vier Jahre an Bord. Vielleicht, ja ganz vielleicht schafft es der effzeh auch, den Fluch der hehren Worte zu brechen. Und tatsächlich wie angesagt alles herauszuhauen. Es könnte das i-Tüpfelchen einer großen Saison werden – in Leverkusen den nächsten Schritt bei der Rückkehr ins internationale Geschäft zu machen. Und versprochen: Ich werde danach nicht mehr wie vom Blitz getroffen zusammenzucken, wenn vor irgendwelchen Partien vollmundige Ankündigungen gemacht werden. Wenn der effzeh sich ändern kann, dann werde ich das doch wohl auch schaffen. Schwaade un laade – das könnte eine Kombination sein, die für viel Freude sorgt.

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