Ein neues Jahr startet – wird es ein großes für den 1. FC Köln? Der Anfang ist jedenfalls gemacht, meint Ralf Friedrichs in seinem FC-Kalenderblatt für den Januar.

Das neue effzeh-Jahr hat also nun begonnen und meine Gedanken sind trotz Winter- und Stammtischpause oft beim natürlich größten Fußballverein Kölns, Deutschlands, der Welt und aller weit entfernten Galaxien. Was ist also beim 1.FC Köln passiert? Da hat doch der HSV mal eben kühn(e) unseren Mergim Mavraj weggekauft. Mit üppigem Vertrag ausgestattet verabschiedet sich der Deutsch-Albaner von der aktuellen Nummer 1 vom Rhein zur neureichen Chaostruppe von der Alster. Da darf man gespannt sein, wer hier wen schafft, Mavraj den HSV oder der HSV unseren Ex-Mergim. In den letzten Jahren haben sich ja bereits viele Spieler beim nördlichen Traditionsverein verbessert. Also finanziell, … sportlich war die Bilanz für zuvor gute Kicker dank des HSV-Qualitäts-Downsizing eher suboptimal.

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„Wat fott es, es fott“ … kann man nun sagen und Mergim M. schon mal viel Vergnügen bei den fast alljährlichen Relegationsfestspielen wünschen. Dennoch ist es irgendwie schon schade, hatte Mavraj sich doch in der Hinrunde als einer der konstantesten und besten Abwehrspieler etabliert. Doch keine Sorge, Dominic Maroh wird zum Start am 21.1.2017 in Mainz wieder voll da sein und in meiner persönlichen Glaskugel steht geschrieben, das „Dome“ die Rückrunde nicht nur unverletzt übersteht, er wird auch seine fein säuberlichen Kunstgrätschen wieder auspacken. Mit Erfolg, der FC wird nach wie vor eine der besten Defensivreihen der Liga bilden. So wie bisher Wimmer nach seinem Weggang und eben auch Maroh nach seiner langen Zwangspause ersetzt wurden, wird es wieder kommen. Da habe ich Vertrauen in einerseits Trainer Stöger, andererseits in meinen Kaffeesatz, der die Glaskugel-Vorhersagen bestätigt. Wer also jetzt noch Zweifel hat …

Glaskugelvorhersagen, Trüffelschweine & kölsche Comebacker

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Aber ich weiß, viele Fans sehnen sich nun nach einem neuen Abwehrspieler. Klar, wenn man aktuell einen guten Mann für einen nicht übertriebenen Wucherpreis bekommen könnte, dann wäre das eine feine Sache. Allerdings sollte der 1.FC Köln auf Kader-Auffüller verzichten und nur dann zuschlagen, wenn es Sinn macht. Das „Transfer-Trüffelschwein“ Schmadtke wird schon auf der Pirsch sein.

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Schauen wir doch noch mal auf den Clemens-Transfer, der war ja durchaus bemerkenswert, ist es doch nach Patrick Helmes der zweite Kölsch-Comebacker-Transfer des Düsseldorfers Schmadtke. Jedoch war der Geburtsort im Personalausweis sicher nicht der wichtigste Faktor und der Verdacht, dass der 1.FC Köln einen rein kölschen Kader plant, kann sicher in das Reich der Fabel verwiesen werden. Die Personalie Christian Clemens jedenfalls macht Sinn, da er die Risse-Position spielen kann und finanzierbar war. Am Ende muss der Mann dank seiner Herkunft auch nicht mit viel Aufwand in der Stadt integriert werden oder einen Sprachkurs belegen. Passt!

Das schwere Erbe des Udo Lattek

Foto: privat

Reden wir über Europa? Okay, wir tun es. Immer wieder werde ich nun von „Vereinsfremden“ und Auswärtigen gefragt, ob Köln nicht ob der guten FC-Leistungen komplett ausflippt und schon die Busse für Europa betankt. Und immer wieder gebe ich die Antwort, dass die alten Sprüche von Udo Lattek ( der Fußballgott habe ihn selig, sofern er zu Wort kommt … ) sowieso nie gestimmt haben. Nein, niemals hat die Masse der FC-Fans nach einem einzigen Sieg – sagen wir, gegen Bochum – bereits Karten für das Champions-League-Finale geordert.

Diese alten Latrinenparolen gehören nun wirklich in den Abwasserkanal gespült. Es ist nicht so, dass Stöger & Schmadtke alleine den Fans via Beschwörungsformeln und per Hypnose den Realismus ins Hirn gemeißelt haben. Dieser Realitätssinn war nämlich – trotz der manchmal sicher optimistischen Ausdrucksweise der Kölner – immer vorhanden. Aber das Klischee ließ sich nun mal medial bestens bedienen, was auch zur Genüge und mit sich ständig wiederholenden Eifer umgesetzt wurde und so hat es sich viel zu lange gehalten.

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Der Verein macht es richtig, seine „Die Fans dürfen träumen“ Außendarstellung passt zu 100% in die aktuelle Situation. Zumal die Chance dazu – siehe Tabelle – aktuell real ist. Das Gute aber ist, genauso realistisch wie die Fans die Gelegenheit auf Europa sehen, so wissen sie, dass es auch noch in eine ganz andere Richtung laufen kann. Wobei ein dramatischer Absturz nur schwer vorstellbar ist, dafür ist die Truppe um Peter Stöger zu homogen und zu solide. Überhaupt hat der 1. FC Köln unter Peter Stöger noch keine schlechtere Serie als drei Niederlagen am Stück produziert. Zur Erinnerung, das sind so viele wie bisher in den 16 Spielen bis zur Winterpause.

Mainz, eine sportliche und eine geografische Bestimmung

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Letzten Endes ist es nicht entscheidend, ob der 1.FC Köln die Stadien Europas bereits 2017 oder später mit seiner Anwesenheit verschönert. Geht der Verein den jetzigen Weg kontinuierlich weiter, wird es eines Tages im Jahre 20XX sowieso nicht zu vermeiden sein. Diese These kann man mittlerweile wagen, ohne von der Fachwelt als kompetenzbefreit abgestempelt zu werden!

Aber lassen wir Europa jetzt weg und schauen auf das erste Spiel in Mainz. Da kommen Erinnerungen hoch, an das herausragende 3:2 in der Vorsaison. Nun wollen wir hoffen, dass sich bis zum Spiel noch viele Verletzte aus dem FC-Krankenstand zum fußballerischen Dienst zurückmelden. Am meisten freue ich mich persönlich auf die Zauberfüße von Leonardo Bittencourt, der mir aufgrund seiner Ballfertigkeit sehr gefehlt hat. Auf gute Fußballer verzichtet man nur ungerne und vielleicht gelingt ihm in Mainz etwas Besonderes …. und hey, … Mainz liegt übrigens auch in Europa!

Euer
Ralf Friedrichs

Vielen ist Ralf Friedrichs als Moderator des FC-Stammtisches bekannt. Der passionierte Anhänger des 1. FC Köln veröffentlichte darüber hinaus die Satirereihe „Neulich am Geißbockheim“ sowie weitere Romane. Einmal im Monat meldet er sich auf effzeh.com in seinem Kalenderblatt zu Wort.

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