Eher durchwachsen präsentierte sich der 1. FC Köln in der Vorbereitung. Zum Startschuss im DFB-Pokal blüht den „Geißböcken“ eine Reise ins Ungewisse.

Auch nach mehr als einem Monat Vorbereitung fiel Peter Stöger die Einordnung des Aufgalopps zur kommenden Spielzeit etwas schwerer als gewohnt. „Was kann man sagen nach einer Vorbereitung? Wahrscheinlich das, was jeder Trainer sagt: Dass die Mannschaft gut gearbeitet hat, dass wir die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, soweit umsetzen konnten“, erklärte der Trainer des 1. FC Köln. Yuya Osakos Verletzung stach negativ heraus, Marcel Risse ist nach neunmonatiger Leidenszeit dagegen wieder zurück.

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Doch viel mehr Herausstechendes lässt sich nach einer den Ergebnissen nach eher durchwachsenen Einspielzeit für eine historische Saison der „Geißböcken“ von außen betrachtet nicht konstatieren. Es war eine an Highlights wie Tiefpunkten gleichsam arme Vorbereitung. Solide, konzentriert und strebsam wurde gearbeitet: An der Fitness der Spieler, die hoffentlich viele Englische Wochen vor sich haben. An den taktischen Abläufen, die nicht nur aufgrund des Abgangs von Anthony Modeste einer Feinjustierung bedurften. Und am Teamgeist, der beim effzeh in den vergangenen Spielzeit quasi zum 12. Mann auf dem Feld geworden war.

Keine Vorbereitung für Feinschmecker

So steht der geneigte Beobachter nach fünf Unentschieden in sechs Testspielen (einzig gegen den österreichischen Viertligisten Grazer AK schossen die Stöger-Schützlingen einen Sieg heraus) etwas ratlos dar. Der Kader präsentiert sich homogen, auch in den Leistungen ist kaum ein Abfall zu erkennen. Youngster wie Tim Handwerker und Nikolas Nartey verstecken sich keineswegs, die arrivierten Kräfte wie Matthias Lehmann oder Dominique Heintz zeigten sich erneut gut in Schuss. Doch gab es früher klare Vorbereitungsgewinner, die die Phantasie der Fans ankurbelten (remember Taner Yalcin!), so konnte sich aktuell kein Spieler derart deutlich in den Vordergrund spielen.

HAIGER, GERMANY - AUGUST 07: Saschas Marquet of Steinbach challenges Jannes Horn of Koeln during the preseason friendly match between TSV Steinbach and 1. FC Koeln at Sibre-Sportzentrum Haarwasen on August 7, 2017 in Haiger, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Das hat auch plausible Gründe: Die Einheiten gestalteten sich deutlich intensiver als in den vergangenen Jahren, der effzeh arbeitete hart an einer äußerst soliden Grundlage. Das ging durchaus auch auf Kosten der Auftritte in den Testspielen: Zum einen mischte Peter Stöger seine Mannschaft fleißig durch, zum anderen fehlte den „Geißböcken“ in den Partien körperlich häufig der letzte Punch. Doch wie wenig Aussagekraft die Ergebnisse in der Vorbereitung haben, sollte den effzeh-Fans spätestens seit dem Winter 2004 bekannt sein: Dort fiedelten die Kölner den russischen Meister ZSKA Moskau (oder vielleicht einfach nur eine Kellnerauswahl aus dem Mannschaftshotel) mit 9:1 ab, um dann sang- und klanglos abzusteigen. Bedeutet: Die Eindrücke aus dem „dreckigen Dutzend“ sollten nicht überbewertet werden.

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