Kaum ist die Saison gestartet, ist auch schon wieder Länderspielpause. Und während viele andere Clubs die letzten Tage, Stunden oder ggf. sogar Minuten der Transferphase damit zugebracht haben, Last-Minute-Deals einzufädeln, ist beim 1. FC Köln schon länger alles erledigt – doch ist das auch gut so? Wir haben drei Thesen in den Raum gestellt und unsere Redakteure Stellung dazu nehmen lassen – hier gibt’s die Ergebnisse! Ihr habt eine andere Meinung? Gerne könnt ihr uns einen Kommentar hinterlassen.

These 1: „Der 1. FC Köln hätte im Sommer mehr Geld in neue Spieler investieren sollen!“
[symple_accordion] [symple_accordion_section title=“Gero Dieckmann: Mit der Kadergestaltung zufrieden“]

Sehrou Guirassy (vorne) | Foto: Harry Trump/Getty Images

Sehrou Guirassy (vorne) | Foto: Harry Trump/Getty Images

Eine meiner Lieblingszeilen aus dem Mathe-Studium lautet: „Lieber eine starke Behauptung als ein wackeliger Beweis“. Generell zu sagen, dass erhöhte Ausgaben auch erhöhte Qualität und damit einen höheren Tabellenplatz bedeuten, ist spätestens beim Blick nach England schlicht Quatsch. Zur Erinnerung: Unsere neue Nummer 19, Sehrou Guirassy, haben wir überhaupt noch nicht auf dem Feld sehen dürfen. Eine etablierte Kraft wie Dominique Heintz findet sich zu Saisonbeginn 90 Minuten auf der Bank, Yuya Osako drängt auf einen Stammplatz. Würde nicht ein einzelner teurer Neuzugang den Fokus, der derzeit auf die ganze Mannschaft verteilt ist, auf sich lenken? Wären nicht weitere Neuzugänge der Kategorie 2 bis 5 Mio. € gleichbeudetend mit einem Überangebot an talentierten und entwicklungswilligen Spielern? Die Antworten auf diese Fragen sind für mich hinreichend eindeutig, als dass ich persönlich mit der Kadergestaltung für die neue Saison zufrieden bin.
[/symple_accordion_section] [symple_accordion_section title=“Thomas Reinscheid: Sollen? Vielleicht“] Hätte sollen? Ja, vielleicht. Aber müssen? Das glaube ich nicht. Die Verantwortlichen scheinen sich recht früh darauf festgelegt zu haben, welche Spielertypen der Mannschaft weiterhelfen könnten. Wenn diese nicht zu einem vernünftigen Preis verfügbar sind, dann ist es angesichts des stabilen Teams vernünftig, auf Transfers trotz all der Defizite zu verzichten. Verpflichtungen um der Verpflichtungen willens? Das wird es bei der aktuellen Vereinsführung nicht geben – und das ist auch gut so.
[/symple_accordion_section] [symple_accordion_section title=“David Schmitz: Ein Transfer zu wenig“] Der Club hat einen Transfer zu wenig getätig – zumindest gefühlt! Der Plan mit Jonas Hector im Mittelfeld aufzulaufen, erscheint doch mehr als Not denn als Tugend. Dennoch darf man nicht vergessen, dass der effzeh viel Geld in (alte) Spieler gesteckt hat – Modeste, Hector, Bittencourt spielen nicht für Peanuts – billig war die Sommerpause nicht. Dennoch wäre eine weitere Option im Mittelfeld wünschenswert gewesen – vor allem da dank der 13 Mio. Euro für Gerhardt wohl Spielraum da gewesen wäre.
[/symple_accordion_section] [symple_accordion_section title=“Arne Steinberg: Vertragsverlängerungen wichtiger als Transfers“] Dass der effzeh es geschafft hat, Hector, Horn, Bittencourt und Modeste zu halten, ist nach deren Leistungen in der Vergangenheit höher einzuschätzen als ein Königstransfer im Bereich von fünf Millionen €. Die wilde und hektische Transferphase hat den ein oder anderen Transfer hervorgebracht, bei dem ich denken musste: Gott sei Dank hat der effzeh das nicht fabriziert! Sofern Mondpreise wie für Sané (der sicherlich eine sinnvolle Ergänzung gewesen wäre) ausgerufen werden, halten wir besser die Füße still. Gerade vor dem Hintergrund der angestrebten finanziellen Konsolidierung.
[/symple_accordion_section] [symple_accordion_section title=“Christopher Kohl: Verstärkungen hätten Risiko gemindert“] Ja, das hätte er. Die Baustellen waren schließlich bekannt, identifiziert und man suchte ja auch Spieler für die entsprechenden Positionen. Offensichtlich war man im defensiven Mittelfeld zu sehr auf Salif Sané versteift, offensiv hätte es zudem nach dem Gerhardt-Abgang dringend Dynamik und Torgefahr benötigt. Dass wir uns mit Verstärkungen auf jeden Fall in der oberen Tabellenhälfte etabliert hätten, möchte ich nicht sagen, aber sie hätten das Risiko für einen tabellarischen Absturz erheblich gemindert.
[/symple_accordion_section] [symple_accordion_section title=“Martin Gödderz: Für Europa hätte mehr investiert werden müssen“] Das kommt ganz darauf an, was letztlich die Ziele sind. Will der effzeh schon in dieser Saison ohne Umstände einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und gegebenenfalls um Europa mitspielen? Dann hätte mehr investiert werden müssen. Geht es darum die Platzierung aus dem Vorjahr zu bestätigen und kein heißer Abstiegskandidat zu sein, dann reichen die Investitionen auf jeden Fall aus. Ich halte die zweite Option, die schließlich ja auch gewählt wurde, für deutlich sinnvoller angesichts des überhitzten Transferfensters. Im nächsten Sommer stehen keine großen internationalen Turniere an, was mit früherer Planungssicherheit und kleineren Summen einhergeht. Dann sollte der effzeh das gesparte Geld investieren, um anzugreifen.[/symple_accordion_section] [/symple_accordion]

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Auf der nächsten Seite geht’s mit der zweiten These weiter…

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