Gelingt dem 1. FC Köln die Revanche für die Pokalpleite? Was den effzeh in Hamburg erwartet und wie es sich im Abstiegskampf so lebt, sagt uns im #HSVKOE-Auswärtsspiel HSV-Fan Sascha.

Zu den Spielen unseres geliebten und glorifizierten ersten Fußballclubs Köln werden wir auch in dieser Saison einem Fan der gegnerischen Mannschaft ein paar Fragen stellen. Und weil Gegner ja immer irgendwie “auswärts” sind, egal ob der effzeh zu Hause oder auf fremdem Platz antritt, und weil die Sichtweise von “auswärts” kommt, heißt die Kategorie folgerichtig “Auswärtsspiel”. Wir sind nicht nur gespannt, wieviel effzeh in den Anhängern der anderen Bundesligisten steckt, sondern erwarten auch eine Einschätzung zur Situation der eigenen Mannschaft.

Der Auftakt eines wegweisenden Dreierpacks findet für den 1. FC Köln in Hamburg statt – mit dem HSV hat der effzeh nach der vermeidbaren 0:2-Niederlage im Pokal durchaus noch eine Rechnung offen. Aber für die „Rothosen“ ist es ein wichtiges Duell, befindet sich das Team von Trainer Markus Gisdol trotz Aufschwung immer noch mitten im Abstiegskampf. Wie es sich dort so lebt, woran das real existierende Hamburger Hoch festzumachen ist und warum die Englische Woche die HSV-Beine lähmen könnte, das erklärt uns HSV-Fan Sascha Rebiger.

Sascha, aktuell rangiert der Hamburger SV auf dem 16. Platz, der die Relegation um den Erstliga-Verbleib bedeutet. Steuert der HSV etwa auf den dritten Showdown in den letzten vier Jahren zu?

Natürlich nicht. Der HSV hat in den kommenden Tagen ein echt hartes Programm. Ihr Kölner, der BVB und Hoffenheim – das ist alles keine Laufkundschaft. Im schlimmsten Fall (der natürlich nicht eintreten wird) holen wir da gar nichts. Danach aber haben wir noch sechs Partien gegen die mehr oder minder direkte Konkurrenz. Da machen wir dann die entscheidenden Sprünge in der Tabelle, so dass wir auch diesmal nicht nachsitzen müssen.

Der HSV hat in den kommenden Tagen ein echt hartes Programm. Ihr Kölner, der BVB und Hoffenheim – das ist alles keine Laufkundschaft. Im schlimmsten Fall holen wir da gar nichts.

Trotz der starken Rückrundenauftritte, trotz zehn Punkten in den bisherigen vier Heimspielen 2017 steckt ihr noch unten drin. Wie sehr frustriert dich diese Entwicklung?

Es ist gerade die Entwicklung, die einen NICHT frustriert. Frustrierend war der Beginn der Saison, als wir nach zehn Spielen mickrige zwei Zähler geholt und vier Tore geschossen hatten. Nimmt man diese Ergebnisse raus und schaut sich nur die Tabelle ab dem 11. Spieltag an, sieht das Ganze schon rosiger aus. Das lässt hoffen.

Foto: Marc Mueller/Bongarts/Getty Images

Der Aufschwung unter Markus Gisdol ist jedenfalls unverkennbar. Was macht er anders, was macht er besser als seine Vorgänger?

Als Gisdol kam, hat das nicht gerade ein Freudenfeuer in mir entfacht. Allerdings gebe ich gern zu, dass ich mich stark in ihm getäuscht habe und eventuell Vorbehalte hatte. Inzwischen halte ich ihn für einen guten Trainer. Als er Bruno Labbadia ersetzt hatte, stellte sich der Erfolg nicht sofort ein. Nix mit „Neue Besen kehren gut“. Er hat sich den Kader und die vorhandenen Möglichkeiten aber genau angesehen, hat Verschiedenes an der Ausrichtung ausprobiert. Einiges davon ging in die Grütze, zum Beispiel der Versuch, unseren Rechtsaußen Nicolai Müller links und unseren Linksaußen Filip Kostic rechts spielen zu lassen. Anderes aber hat bestens geklappt. Unsere Außenverteidiger Gotoku Sakai und Matthias Ostrzolek auf die Doppelsechs zu setzen zum Beispiel. So stabilisierte sich die Defensive enorm – ein wichtiger Faktor bei uns, war die Abwehr bis dato zuweilen vogelwild. Hinzu kommt, dass Gisdol auch außerhalb des Platzes an Stellschrauben gedreht hat. Als Beispiele seien hier genannt, dass er den Deutschunterricht für ausländische Spieler wieder zum Pflichtprogramm ausgerufen hat und dass die Mannschaft deutlich mehr Zeit auf dem Trainingsgelände sowie in der Pflege und im Kraftraum verbringt als zuvor.

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