Englische Woche für den effzeh! Nach dem Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg geht es im Achtelfinale des DFB-Pokals nach Hamburg. Was ist drin gegen den HSV?

Man könnte sich ja daran gewöhnen, dass der effzeh im Drei- oder Vier-Tages-Rhythmus in unterschiedlichen Wettbewerben in Europas Großstädten antritt. Was gibt es denn Schöneres, als unter der Woche in eine schöne Stadt wie Hamburg zu reisen und da zu einer arbeitnehmer-unfreundlichen Anstoßzeit dem effzeh die Daumen zu drücken? Die Redaktionsmitglieder nehmen natürlich bequem am Dienstagmittag einen Flieger ab Köln/Bonn und sind (hoffentlich gibt es keine Verlängerung!) pünktlich um Mitternacht wieder zuhause. Dazwischen gibt es Lachs-Häppchen.

Aber ernsthaft: Dass 4.800 effzeh-Fans mit nach Hamburg reisen, lässt uns für die (hoffentlich) baldigen Europa-Reisen hoffnungsfroh in die Zukunft sehen – egal ob per Bus, PKW, Zug oder tatsächlich Flugzeug. Auf der Pressekonferenz ließ es sich Peter Stöger nicht nehmen, das Engagement der Fans ausdrücklich zu loben: „Das ist beeindruckend. Die Unterstützung für unsere Mannschaft ist außergewöhnlich, was natürlich auch an den guten Leistungen liegt.“ Wohl war, lieber Peter, aber warte erst einmal ab, was passiert, wenn es nach Europa geht!

AUCH INTERESSANT:  #KOEWOB-Nachspiel: Das Glück der Tüchtigen

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Doch kommen wir zur zurück zur Realität und zum Sportlichen: Der HSV konnte sich in einem eher wenig attraktiven Spiel am Freitagabend gegen Bayer Leverkusen mit 1:0 durchsetzen – hier wäre die Kategorie „Arbeitssieg“ wohl angebracht. Das Tor von Kyriakos Papadopoulos entsprang einer missglückten Freistoß-Variante, brachte dem HSV aber dennoch den dritten Heimsieg in Folge. Zugegeben, auch der effzeh lieferte beim 1:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg kein großartiges Spektakel ab – zwischen beiden Mannschaften liegen in der Tabelle aber dennoch zurecht acht andere Mannschaften.

Mittlerweile hat sich der effzeh wieder als ein ernstzunehmender Bundesligist etabliert, während der HSV eine weitere Saison damit verbringt, auf und neben dem Platz Brände löschen zu müssen. Ohne tiefergehend auf die nicht-sportlichen Probleme (Rücktritte in Führungsriege, Trainerwechsel) der Hamburger einzugehen: Zuträglich sind sie der Leistung der Mannschaft auf dem Platz sicher nicht. In Köln lässt sich ja derzeit trefflich beobachten, wie wichtig Kontinuität und Ruhe in der Führungsetage für die sportlichen Leistungen auf dem Rasen sind. Bei allen Kapriolen, die der HSV in jüngster Vergangenheit geschlagen haben mag: Beim effzeh ist es auch noch nicht so lange her, dass der Präsident einen Mega-Deal mit einer nicht existierenden Firma abgeschlossen hat. Von daher sollte man als Fan des 1. FC Köln demütig bleiben.

HSV: Ab Herbst stabilisiert

Dennoch konnte sich der HSV, der seit Ende September von Markus Gisdol trainiert wird, im Herbst sportlich etwas stabilisieren. Seine Bilanz ist zwar mit fünf Siegen aus 15 Spielen (dazu drei Unentschieden und sieben Niederlagen) nicht unbedingt überragend, aber immerhin konnte er dafür sorgen, so etwas wie eine spielerische Linie in das Auftreten des HSV zu bringen. Defensiv konnten sich die Nordlichter im Winter zumindest qualitativ verstärken: Mit Mergim Mavraj und Papadopoulos kamen zwei überdurchschnittlich gute Innenverteidiger, die bislang gut harmonieren und die beiden Abgänge Cleber und Spahic bereits vergessen machen.

AUCH INTERESSANT:  Heimauftakt des effzeh: Vier Helden aus der zweiten Reihe

Gegen den Ball präsentierte sich der HSV bereits unter Labbadia einigermaßen solide, allerdings fehlt es immer noch an einem klaren Offensivplan. Meistens wählt der HSV das Mittel des langen Balles, um dann aufzurücken und den berühmten „zweiten Ball“ zu erobern. Somit entwickeln sich häufig kampf- und körperbetonte Spiele mit Rothosen-Beteiligung. Insbesondere bei der Besetzung des Sechser-Raumes experimentierte Gisdol ordentlich: Vor der Winterpause waren dort mit Ostrzolek und Sakai zwei nominelle Außenverteidiger zu finden, die ihre Aufgabe mehr schlecht als recht lösten. Ansonsten vermittelte Gisdol seiner Mannschaft das für ihn typische, etwas höhere Pressing, was der HSV mittlerweile konstant anwendet.

Auf der nächsten Seite: Wie könnte es der effzeh angehen und was sagt Mavraj?

1 2
Teilen:

Der Kommentarbereich ist geschlossen.