Dem Heimerfolg gegen Frankfurt folgt das Derby gegen Mönchengladbach – die Elf vom Niederrhein ist wieder in der Spur, während beim effzeh alles von Europa träumt. Warum Demut momentan nötig ist, klärt unser Vorspiel.

Als der nächste lange Ball auf Anthony Modeste in der ersten Halbzeit des Spiels am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt nicht sein Ziel erreichte, wurde es unruhig auf den Rängen. „Immer nur lang. Was können die eigentlich?“, murrte einer. Später gab es sogar lautere Unmutsbekundungen und Pfiffe. Man könnte das mit einer gestiegenen Erwartungshaltung im Müngersdorfer Stadion erklären. Man könnte aber auch einfach für mehr Demut plädieren.

Am Samstag geht es in der Bundesliga schon wieder weiter. Und nicht irgendwie, sondern mit dem einzigen echten Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Demut steht vor dieser wichtigen Partie auch auf dem Lehrplan der Profis des 1.FC Köln. Und so sagte Trainer Peter Stöger auf der Pressekonferenz in Richtung seiner Spieler: „Wir sind in der Lage das Derby zu gewinnen, treffen aber auf eine gute Mannschaft.“ Gladbach sei „ein harter Brocken.“

Kehrt gegen Gladbach die Leichtigkeit zurück?

Klingt wenig spektakulär, aber genau das ist das Geheimnis vor diesem Spiel, das Stöger lösen muss. Seine Mannschaft spielt eine überragende Saison und hat in der Rückrunde – wenig verwunderlich und auch bedingt durch einige Verletzte – Schwierigkeiten, die Leichtigkeit der Hinrunde beizubehalten. Nun muss die Leichtigkeit zurückkehren. Im Derby. Während man auf Rang fünf der Bundesliga steht.

Der Druck ist enorm angewachsen. Vor allem der Druck, den sich die Mannschaft selbst macht. Denn die Spieler wollen Europa jetzt genauso wie die Fans. Das Problem dabei: Sie dürfen daran gar nicht denken. Wenn die Spieler auch nur einen Nanometer abheben, ihre Leistungsfähigkeit nicht realistisch einschätzen und dann auf dem Platz zwei Prozent zu wenig rausholen, dann geht es eben schief. Wie in Hamburg. Aber auch der Druck von den Rängen und aus dem Umfeld ist jetzt eben größer. Weil alle danach gieren, dass der effzeh die Qualifikation für Europa schafft. In Richtung des Publikums sagte Stöger: „Es gibt keinen Aufruf zu irgendetwas, aber klar: Wir haben gerne die komplette Unterstützung.“

Im Rennen um Europa: Beide brauchen jeden Punkt

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Besonders da der Gegner, Borussia Mönchengladbach, mit dem Sieg am Mittwoch wieder in die Spur gefunden hat. Für die Fans beider Lager zählt aber nur das Spiel am Samstag. Die Gladbach-Fans forderten den Derby-Sieg auf einem Transparent bereits am Mittwoch und Jonas Hofmann versprach dann auch: „Wir wollen für unsere Fans gewinnen.“ Gladbach könnte mit einem Sieg denn auch bis auf einen Punkt an den effzeh heranrücken. Und das deutet an, wie eng es in der Bundesligatabelle ist und wie enorm wichtig dieses Spiel am Samstag ist. Als Neunter haben die Gladbacher 36 Zähler gesammelt, der effzeh konnte am Dienstag die 40-Punkte-Marke erreichen.

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Für das Derby setzen die Kölner natürlich auf ihre Heimstärke. Nur eine Niederlage (gegen Bayern) musste man in Müngersdorf bislang einstecken. Jedoch wäre es das erste Mal in dieser Spielzeit, dass der effzeh drei Heimspiele in Folge gewinnen würde. Ein Unentschieden wäre also wohl das wahrscheinlichste Ergebnis. Damit es mehr wird, dürfte Trainer Stöger auf Leo Bittencourt in der Startelf setzen. Streichkandidat wäre Christian Clemens. Olkowski könnte außerdem für Klünter zurückkehren, aber auch die nächste Überraschung des einfallsreichen Wieners, zum Beispiel mit Salih Özcan für Höger, käme nicht unerwartet.

Aber wie auch immer die erste Elf aussehen wird: Spieler und Fans sind gut beraten, Demut walten zu lassen. Dann geht es voller Vorfreude ins Derby gegen Gladbach. Und vielleicht gelingt dort der nächste ganz große Schritt.

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