Gesungen wird in Köln schon lange von Europa, doch nun hat der 1. FC Köln auch sportlich die Chance es ins internationale Geschäft zu schaffen. Der Fußballgott muss nur mitspielen – das effzeh.com-Vorspiel zu #KOEM05. 

Nun ist es also soweit: Ganze 8.998 Tage und mehr als 12.957.000 Minuten nach dem letzten Europapokal-Auftritt des 1. FC Köln haben die Geißböcke am Samstag die Gelegenheit, auf die internationale Bühne zurückzukehren. Benötigt werden: Ein Heimsieg und etwas Schützenhilfe vom FC Bayern München. Denn sollte der Rekordmeister den SC Freiburg schlagen und der effzeh gleichzeitig gegen Mainz gewinnen, wäre der Traum von Europa plötzlich Wirklichkeit.

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„Eines Tages…“ stand es einst am Ende einer wunderbaren Choreografie im Müngersdorfer Stadion unter dem retuschierten Bild eines Champions-League-Loszettels mit der Aufschrift „1. FC Köln“ – und auch wenn es für die Königsklasse am Ende nicht ganz gereicht hat, könnte der Weg in die Europa-League-Lostrommel schon mit dem Ende der Bundesliga-Saison 2016/2017 eingetütet werden. Hand aufs Herz – wer hätte das bitte vor der Saison gedacht?

Schwerer, den effzeh hinter sich zu lassen

Der 1. FC Köln hatte sich seit dem Wiederaufstieg zwar zu einem soliden Bundesligisten entwickelt und auch Anthony Modeste seine ansteigende Form bereits in der Vorsaison auf dem Platz gezeigt. Dass die Mannschaft schlussendlich aber um den Einzug ins internationale Geschäft mitspielen würde, hätten wohl nur die kühnsten Träumer vorhergesagt. Dass mit Schalke, Gladbach und Leverkusen einige der üblichen Anwärter jeweils eine schwache Saison abgeliefert haben, soll die Leistung der Kölner dabei übrigens keineswegs schmälern. Schließlich hatten die anderen ihre Probleme eben auch, weil es keine leichte Aufgabe mehr ist, den 1. FC Köln in der Tabelle hinter sich zu lassen.

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Peter Stöger, das Gesicht des Erfolgs beim 1. FC Köln, tut also gut daran, vor allem mit der Freude über die prächtige Entwicklung seiner Mannschaft in die letzte Partie zu gehen. „Wir hoffen, dass wir diese Freude dann im Spiel auch selbst zeigen können“, erklärt der Trainer, der aus der Chaostruppe vom Rhein eine homogene Mannschaft mit viel Potential geformt hat.

Es wird laut in Müngersdorf

Und auch wenn der Österreicher es bedauert, dass die Vorberichterstattung sich kaum mit dem 1. FSV Mainz 05 und den spielerischen Aspekten der Partie beschäftigt, halten wir das hier genauso. Denn in Spielen wie dem am Samstag, geht es am Ende nicht so sehr um Taktik und Strategie, sondern vielmehr um Willen, Leidenschaft und die Chance, Geschichte zu schreiben. Es wird laut am Samstag in Müngersdorf – und spätestens nach einem Kölner Führungstreffer ein Tollhaus.

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Die Mannschaft, gespickt mit einigen gebürtigen Kölnern, weiß ganz genau um die Bedeutung der Partie. Und Peter Stöger weiß, was nötig ist: „Wenn man ins internationale Geschäft will, muss man das Spiel gewinnen.“ Deshalb ist es auch okay, wenn man die Mainzer jetzt mal etwas Außen vor lässt. Während fast alle direkten Europa-League-Konkurrenten in den letzten Jahren international dabei waren, mussten die Kölner Fans Ewigkeiten nur auf die Chance warten. Freilich spielen die Mainzer morgen aber auch mit.

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Dennoch: Mit Köln und Mainz treffen sich zwei Mannschaften, die sich qualitativ halbwegs auf Augenhöhe begegnen. Es ist ein Heimspiel und eine historische Chance für die Kölner. Für den FSV geht’s nur noch um einen schönen Saisonabschluss. Klar, wer die Geißböcke in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß, dass sie wenig Chancen ausgelassen haben, Chancen auszulassen. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Nun liegt es vor allem am 1. FC Köln selbst, ob er morgen als Sieger vom Platz geht oder nicht – nicht mehr an einem schlechten Tag des Gegners.

Es werde Europa

Klar ist aber auch: Sollte der Europa-Traum doch noch platzen, schmälert das die Saisonleistung keineswegs. Aber über dieses Szenario denken wir lieber erst nach, wenn es eingetreten sein sollte. Ob es – den Kölner Heimsieg vorausgesetzt – dann also zu einer völlig hemmungslosen Party ohne Ende auf den Kölner Ringen kommen wird, wissen wir trotzdem erst, wenn das Ergebnis aus München auf der Anzeigetafel aufleuchtet.

Und auch wenn die Bayern nach dem Sieg ihre völlig verdiente Meisterschale in Empfang nehmen, ist eines sicher: Die größte Fußballparty des Landes steigt an diesem Wochenende dann hier in Köln. Hoffen wir also, dass es morgen endlich heißt: Und der Fußballgott sprach, es werde Europa! Und es ward Party bis zum Morgengrauen.


Empfehlung: meinsportradio.de-Vorschau zu #KOEM05

… mit effzeh.com-Redakteur Arne Steinberg als Gast. Hier anhören:

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