Schon ein kleines Krisenduell, dieses 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt. Mit SGE-Fan Basti sprechen wir über Defensivstärke, die Multikulti-Eintracht und Kevin-Prince Boateng.

Vier Spiele, vier Niederlagen: Der 1. FC Köln steckt zu Saisonbeginn in einer veritablen Krise. Da kommt der Lieblingsgegner in den heimischen Gefilden doch gerade recht: Eintracht Frankfurt ist zu Gast im Müngersdorfer Stadion – seit 1994 konnten die „Adler“ nicht mehr in der Domstadt gewinnen. Dazu kommt: Die SGE holten zum Saisonstart auch „nur“ vier Zähler und verlor zuletzt nach schwacher Leistung gegen Augsburg. Vor dem heißen Krisenduell sprechen mit SGE-Fan Basti Red, seines Zeichens Teil des Eintracht-Podcasts sowie des Fußballblogger-Podcasts drei90, über die Ausgangslage der Hessen, Neuzugang Kevin-Prince Boateng und den Multikulti-Kader der Eintracht.

Vier Partien, vier Punkte – wie bewertest du den Saisonstart der Eintracht?

Durchwachsen. Die ersten drei Spiele waren richtig gut und man hatte dort eigentlich schon zu wenig Punkte. Nun kam ein Bruch gegen Augsburg, mit einer etwas erschreckenden Leistung. Eigentlich wissen wir nun überhaupt nicht, wo wir stehen…

Die ersten drei Spiele waren richtig gut und man hatte dort eigentlich schon zu wenig Punkte. Nun kam ein Bruch gegen Augsburg, mit einer etwas erschreckenden Leistung. Eigentlich wissen wir nun überhaupt nicht, wo wir stehen…

Der effzeh ist derweil richtig mies in die Saison gestartet. Wie ist dein Blick auf uns? Angeschlagener Boxer oder doch Aufbaugegner für Euch?

Wenn hier einer Aufbaugegner ist, dann wir! Wir haben in Köln eigentlich immer schlecht ausgesehen. Keine Ahnung, warum. Eigentlich ein richtig schönes Auswärtsspiel mit zwei stimmungsvollen Fanszenen. Aber wirklich feiern konnte ich in Köln bis jetzt nur nach dem Spiel mit @lostinnippes.

Zwei eher harmlose Teams gegeneinander – spricht alles für ein 0:0, oder?

Auch wenn ihr hiermit die letzte Frage spoiler: Das ist tatsächlich mein Tipp. (lacht)

COLOGNE, GERMANY - APRIL 04: Lukas Kluenter (L) of Koeln and Taleb Tawatha (R) of Frankfurt in action during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Eintracht Frankfurt at RheinEnergieStadion on April 4, 2017 in Cologne, Germany.

Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Auffällig ist bislang, dass ihr Euch trotz vieler Umstellungen defensiv schnell wieder gefunden habt. Ist das die Stärke, die Euch durch diese Saison begleiten soll?

So scheint der Plan. Was ja für für Vereine mit begrenzten Finanzen und dem damit verbundenen Spielermaterial mittlerweile Standard ist. Zu Saisonbeginn schien es, als wenn wir nun noch zusätzlich etwas mehr Offensivstärke dazubekommen hätten, weil wir trotz nur zweier Saisontore echt viele gute Chancen hatten. Gegen Augsburg aber war das sehr sehr einfallslos. Die Wahrheit wird sich wohl erst nach 10-12 Spielen zeigen.

Zu Saisonbeginn schien es, als wenn wir nun noch zusätzlich etwas mehr Offensivstärke dazubekommen hätten, weil wir trotz nur zweier Saisontore echt viele gute Chancen hatten. Gegen Augsburg aber war das sehr sehr einfallslos. Die Wahrheit wird sich wohl erst nach 10-12 Spielen zeigen.

Auch in der vergangenen Saison wart ihr ein sehr unangenehmer Gegner. Muss das der Eintracht-Weg sein, um in der Liga bestehen zu können?

Ja. Wir haben auf jeden Fall noch keine Mannschaft, die den Gegner herspielen kann. Wir sind quasi immer auf Glück oder Fehler der Gegner angewiesen. Und mit dieser unangenehmen Art kann beides erzwingen.

Lange habt ihr 2016/17 überzeugen können und oben mitgehalten, bevor Euch im Endspurt die Puste ausging. Was war der Grund für die Schwäche im neuen Jahr?

Der Kader war einfach zu dünn. Als immer mehr Verletzte dazukamen, ging gar nix mehr. Im Winter wurde dann auch noch der Fehler gemacht, mit Huszti eine Stütze abzugeben, statt eventuell noch eine zu holen und sogar nach Europa zu schielen. Das Signal der Verantwortlichen war hier einfach falsch. Hinzu kam noch ganz simpel: Das Spielglück der Hinrunde entwickelte sich in der Rückrunde genau in die andere Richtung.

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Offensiv hakt es noch etwas, trotz großer Investitionen in beispielsweise Sebastien Haller und Kevin-Prince Boateng. Besteht Hoffnung auf Besserung in Sachen Torjubel?

Daran glaube ich schon. Ich bin jemand, der zufrieden ist, wenn man überhaupt Chancen hat. Um dann mit der Phrase um mich zu werfen: Irgendwann gehen die Dinger schon wieder rein!

Boateng, ein sehr prominenter Name für eure Verhältnisse, kam kurz vor Saisonstart. Wie stehst du zu diesem Transfer?

Ich bin ausgerastet! Er war immer ein Spieler, den ich krass gefeiert habe. Konnte es erst gar nicht glauben, als er plötzlich hier war. Ich hoffe, er zahlt meine Euphorie auch zurück. (lacht)

Kevin-Prince Boateng war immer ein Spieler, den ich krass gefeiert habe. Konnte es erst gar nicht glauben, als er plötzlich hier war. Ich hoffe, er zahlt meine Euphorie auch zurück.

Insgesamt hat die Eintracht ihren Kader wieder massiv durchgewirbelt. Hat diese Transferpolitik aus deiner Sicht Sinn? 

Zwangsweise, da man sich, durch die ganzen Leihen und Ausstiegsklauseln der letzten Jahre selber in diese Situation gebracht hat, es so handhaben zu müssen. Ich bin (durch viele dürre Transferfenster unter Bruchhagen) echt sehr zufrieden, da es vier, fünf Spieler gibt, auf die ich echt Bock habe. Das war noch nie so…

Wie ist das Saisonziel der Eintracht? Einfach nur die Klasse halten oder ist doch mehr drin?

Überhaupt keine Ahnung ehrlich gesagt…Wahrscheinlich will man sich „weiterentwickeln und die Liga festigen“

Ihr habt einen richtigen Multi-Kulti-Kader mit Spielern aus vielen Nationen. Leidet darunter für die Eintracht-Fans die Identifikation?

Im Gegenteil! Was könnte besser zu Frankfurt passen, als dieser Kader. Frankfurt International AMK!

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - SEPTEMBER 16: Head coach Niko Kovac of Frankfurt gestures during the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and FC Augsburg at Commerzbank-Arena on September 16, 2017 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Auch bei Euch gibt es Pläne zum Stadionumbau, mehr Stehplätze sollen im Waldstadion entstehen. Bist du zufrieden mit dieser Stoßrichtung?

Die groben Pläne, die gerade herumwabern, klingen auf jeden Fall sehr gut. Eine komplette Stehplatztribüne und günstige Karten, um auch langfristig junge Leute ins Stadion zu bekommen, ist ein sehr guter Weg!

Zum Schluss: Dein Tipp, bitte!

As I said: 0:0……but wait, scheiß drauf, wir gewinnen 3:1!

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