Der Endspurt um Europa beginnt mit einem Duell gegen ein formstarkes Werder Bremen. SVW-Fan Johanna spricht mit uns im #KOESVW-Auswärtsspiel über den Höhenflug an der Weser. 

Zu den Spielen unseres geliebten und glorifizierten ersten Fußballclubs Köln werden wir auch in dieser Saison einem Fan der gegnerischen Mannschaft ein paar Fragen stellen. Und weil Gegner ja immer irgendwie “auswärts” sind, egal ob der effzeh zu Hause oder auf fremdem Platz antritt, und weil die Sichtweise von “auswärts” kommt, heißt die Kategorie folgerichtig “Auswärtsspiel”. Wir sind nicht nur gespannt, wieviel effzeh in den Anhängern der anderen Bundesligisten steckt, sondern erwarten auch eine Einschätzung zur Situation der eigenen Mannschaft.

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Die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga heißt: Werder Bremen! Die Hanseaten haben sich mit einem sensationellen Lauf aus der Abstiegszone auf Platz sechs katapultiert. Die Euphorie beim SVW kennt kaum Grenzen – jetzt soll auch im direkten Duell um Europa beim 1. FC Köln gepunktet werden. Vor der enorm wichtigen Partie sprechen wir im #KOESVW-Auswärtsspiel mit Werder-Fan Johanna, Vorsitzende des Werder Twitter-Fanclubs #twerder und Mitglied des Werder-Podcasts Weserfunk, über den Höhenflug an der Weser, den Protagonisten Alexander Nouri sowie die ausgeprägte Werder-Familie in Bremen.

Neun Siege aus den letzten elf Partien, die letzte Niederlage rührt vom 20. Spieltag: Aus dem Abstiegskandidaten Werder Bremen ist ein Europapokal-Aspirant geworden. Kannst du dieses Wunder von der Weser schon begreifen?

Die Serie als Wunder zu bezeichnen, finde ich fast vermessen. Dafür waren die wirklichen Wunder von der Weser zu groß. Aber es stimmt schon, begreifen kann ich es immer noch nicht wirklich. Nach dem desaströsen Saisonstart und miesen Rückrundenbeginn mit Platz 16 im Februar konnte man nun wirklich nicht damit rechnen. Ich genieße es derzeit einfach, da die letzten Jahre im Abstiegskampf wirklich anstrengend waren

Dank der Wintervorbereitung unter Nouri konnte endlich ein System einstudiert werden. Jetzt funktioniert es fabelhaft und der Konterfußball liegt unseren Spielern. Selbst die Verletzungsmisere, als jedes Spiel ein neuer Verletzter dazu kam, konnte kompensiert werden.

Wie war dieser Höhenflug mit begeisternden Auftritten möglich? Was sind die Kernelemente, die Werder aktuell so stark machen?

Dank der Wintervorbereitung unter Nouri konnte endlich ein System einstudiert werden. Die Dreierkette in der Abwehr hat er schon mit der U23 in der 3. Liga spielen lassen, deswegen haben wir damit schon fast gerechnet. In den ersten Spielen der Rückrunde musste das neue System nur noch eingespielt werden, was leider etwas länger gedauert hatte als erhofft. Jetzt funktioniert es fabelhaft und der Konterfußball liegt unseren Spielern. Der Teamgeist ist meiner Meinung nach derzeit das Nonplusultra. Selbst die Verletzungsmisere, als jedes Spiel ein neuer Verletzter dazu kam, konnte kompensiert werden. (Von Ausfällen könnt ihr diese Saison ja auch ein Lied singen.) Dass momentan selbst ein fitter Serge Gnabry nicht in die Startelf kommt, spricht auch sehr für das Team, würde ich sagen.

FREIBURG GERMANY - APRIL 1: (L) Headcoach Alexander Nouri and Fin Bartels of Werder Bremen celebrating after the Bundesliga match between Sport Club Freiburg and Werder Bremen at Schwarzwald-Stadion on April 1, 2017 in Freiburg, Germany.

Foto: Michael Kienzler/Bongarts/Getty Images

Nun kommt es in Köln zu einem enorm wichtigen Duell, für den effzeh scheint es fast schon ein Endspiel um Europa zu sein. Ist die Sichtweise bei Euch in Bremen ähnlich?

Klar! Wenn wir gegen euch gewinnen, sind wir sechs Punkte vom effzeh weggezogen. Bei dann noch zwei zu spielenden Partien klingt es fast nach einem Endspiel um Europa.

Spielen Euch die Vorzeichen vielleicht sogar in die Karten? Schließlich kann der effzeh nur mit einem Sieg an Euch vorbeiziehen.

Wir gehen eigentlich ziemlich entspannt in das Duell, würde ich sagen. Der Druck liegt eher bei euch, als bei uns. Unsere Spieler reden erst seit ein paar Tagen über die Europa League und dass sie es jetzt natürlich dorthin schaffen wollen. Da wir aber im Prinzip nichts zu verlieren haben, können wir befreit aufspielen. Ich hoffe allerdings nicht, dass es so ein Spiel wird wie in Ingolstadt, wo wir unverständlicherweise nicht unser Spiel gespielt und abgewartet haben, was der Gegner macht.

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