Der effzeh besiegt den VfL Wolfsburg in einem umkämpften Heimspiel mit 1:0. Das Spiel mag relativ unspektakulär gewesen sein, ließ aber trotzdem viele Schlüsse zu – auf und neben dem Platz.

Das Wichtigste zuerst: der effzeh holt sich den fünften Heimsieg im neunten Spiel, bleibt zuhause weiter ungeschlagen und setzt sich in der oberen Tabellenhälfte fest. Die Mannschaft hat nun 32 Punkte nach 19 Spieltagen geholt, einen besseren Zwischenstand gab es seit über zwei Jahrzehnten nicht. Anthony Modeste marschiert im Gleichschritt mit Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski an der Spitze der Torjägerliste, hat seinen Bestwert von 15 Saisontoren schon nach 19 Spielen egalisiert und sogar einen gepfiffenen Elfmeter verwandelt.

Kaum war der Abpfiff ertönt, machte sich im Stadion aber nicht nur Erleichterung breit, sondern auch ein neuer Glaube an die eigene Stärke. Denn eigentlich war das Spiel gegen den VW-Club eine dieser klassischen 0:0-Begegnungen, bei denen man am Ende nicht unzufrieden ist, sich aber trotzdem leicht ärgert, weil ein Sieg im Rahmen des Möglichen gewesen wäre. Wer diese Spiele gewinnt, beißt sich leichter oben fest und erhält deutlich mehr Selbstvertrauen. Und letztlich sind diese Siege auch Qualitätsmerkmale.

effzeh bei #KOEWOB: Spürbar verbessert

Auch gegen das Team aus der Autostadt zeigte sich die gestiegene Qualität des effzeh. Das Team von Peter Stöger kombiniert auch in der Offensive flüssig, behält jedoch die gleiche Ruhe wie eh und je. Gegen defensiv gut eingestellte Wolfsburger war es oftmals nur der berühmte letzte Pass, der nicht ankommen wollte. Bis zu diesem hatten die Passstaffetten jedoch stets Hand und Fuß. Häufiger spielte der effzeh jedoch mit langen Bällen Anthony Modeste an, der diese mustergültig verarbeitete und immer gut ablegte. Nur in einer Szene erwies sich Modeste als zu egoistisch, als er Christian Clemens eine Flanke klaute.

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Defensiv ließ der effzeh gewohnt wenig zu. Die Wolfsburger hatten nur wenige Chancen und blieben sonst harmlos. Das lag neben der extrem cleveren Art, wie der effzeh verteidigt, insbesondere an Frederik Sörensen. Der Däne zeigte in der Innenverteidigung eine überragende Leistung und überzeugte mit hervorragendem Zweikampfverhalten, tollem Kopfballspiel und extrem präzisen Bällen im Spielaufbau. Er und sein Partner Dominique Heintz hatten es immerhin mit Mario Gomez zu tun – und ließen diesem keine Chance. Das Kollektiv ist der größte Trumpf, den der effzeh in dieser Saison aufbietet. Dazu gehört auch Thomas Kessler, der als Horn-Ersatz wieder mal zur Stelle war, als er gebraucht wurde.

Ein ungewohntes Schiriglück?

Foto: Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Der große mediale Aufreger war aber wieder mal, dass der effzeh-Sieg einen „faden Beigeschmack“ (kicker) hatte. Wie in Darmstadt stand Anthony Modeste auch dieses Mal dabei im Mittelpunkt. Hatte er letzte Woche noch angeblich Aytac Sulu rotwürdig umgeboxt, erschwindelte er sich nun scheinbar einen Elfmeter. Dass selbst der DFB-Kontrollausschuss von einer Sperre absah und Benaglio Modeste eindeutig am Fuß hält, schien wenige zu interessieren. Denn schließlich fand Sky in gewohnt pfiffiger Manier heraus, dass Modeste kurz vorher im Abseits stand. Wobei „stand“ hier falsch ist, denn es war eine Kniebreite. Regelwidrig war das Tor und das muss auch mal gesagt werden dürfen.

Was keine Beachtung fand, war Ittrichs willkürliche Zweikampfbewertung und Kartenverteilung. Während des gesamten Spiels drängte sich der Eindruck auf, dass hier wieder mal ein junger, unerfahrener Schiedsrichter aktiv war, der jedoch über so wenig Ausstrahlung (und Kompetenz) verfügt, dass er sich ständig gegenüber den Spielern autoritär gebärden muss. Man kann nur hoffen, dass sich nicht nur Ittrich in dieser Hinsicht verbessert und auf dem Platz deeskalierender auftritt.

Der effzeh geht also motiviert und gestärkt in das Pokalachtelfinale gegen den HSV, während eine im Hinblick auf die kursierenden Summen eher lächerliche Wolfsburger Mannschaft weiter in den Abstiegskampf involviert ist. Das Spiel verfolgten übrigens 49.300 Zuschauer, der Heimbereich war wieder mal ausverkauft. Darunter war auch irgendein Prominenter mit effzeh-Vergangenheit. Wie hieß der noch gleich? Wolfgang? Wolfgang wer?

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2 Kommentare

  1. Sorry, aber blöd, dass Ihr das „Wolfgang wer ?“ nachplappern müsst. Wieso geht es eigentlich nicht versöhnlich bei den ach so engagierten Fans? Ich finde das immer wieder deprimierend.

    • Thomas Reinscheid am

      Es würde bei vielen versöhnlich zugehen, wenn der werte Herr die menschliche Größe hätte, zu dem Mist zu stehen, den er gebaut hat. Ansonsten verbleibt es halt dabei, dass die „ach so engagierten Fans“ (cooler Titel übrigens!) ihre Meinung zu dem Schauspiel abgeben werden!