Ein berechtigtes Anliegen mit professionellem Auftreten: Die Initiative „100 % FC – Dein Verein“ bringt den effzeh mit ihrem Vorstoß in Zugzwang. Der effzeh.com-Kommentar.

Spätestens seit dem Südkurven-Cup war es auch außenstehenden Beobachtern klar: Es wird in naher Zukunft eine Aktion zum 1. FC Köln geben, die den Titel „100 % FC – Dein Verein“ tragen wird. Mit weißem Shirt, lediglich mit dem Logo der Initiative bedruckt, machten die Vertreter der Aktion auf sich aufmerksam. Was dahinter steckt, offenbarte sich nur zwei Tage später. Seit Monaten generalstabsmäßig vorbereitet reichten drei effzeh-Fans ihren Antrag zur Mitgliederversammlung ein und informierten nahezu gleichzeitig via Pressemappe und Homepage über ihr Anliegen.

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Der professionelle Auftritt, die gelungene Präsentation und das kenntnisreiche Vorbringen sollen nicht darüber hinwegtäuschen, wer sich hinter „100 % FC – Dein Verein“ verbirgt: Es handelt sich nicht um eine Agentur mit finanzstarken Geldgebern im Hintergrund, auch nicht um gut vernetzte Strippenzieher, die nach der Macht am Geißbockheim greifen, sondern schlicht und ergreifend um Fans, die mit Herzblut dabei sind und sich konstruktiv Gedanken um die Zukunft ihres Vereins machen. Mitbestimmung – das ist die entscheidende Form der gesamten Initiative. Der effzeh, das sind wir alle: Vorstand, Spieler, Trainer, Fans.

Satzung muss lebendig bleiben

Mit diesem Ziel ist auch damals Werner Spinner angetreten – und hat dieses Anliegen in Zusammenarbeit mit zahlreichen engagierten Fans auch in eine Satzungsänderung gegossen. Eine Satzung, die den effzeh endlich demokratisiert hat. Eine Satzung, die ihren Teil dazu beigetragen hat, den Klub wieder flottzumachen. Eine Satzung, die den Verein belebt hat, die von den Mitgliedern gelebt wird, aber ebenfalls lebendig bleiben sollte. Dass aufgrund der anstehenden Aufgaben und zurückliegenden Erfahrungen Anteilsverkäufe ein kontroverses Thema sind, ist allzu verständlich.

So tritt eben der Souverän des 1. FC Köln, nämlich seine Mitglieder, in Aktion, um sich ein weiteres Stückchen Mitbestimmung zu erkämpfen. Schon während der Arbeiten an der Satzungsreform wurde heiß diskutiert, ob jedweder Anteilsverkauf an der KGaA & Co. KG nur mit Zustimmung der Mitgliederversammlung erfolgen darf. Damals, auch unter Eindruck der zu der Zeit herrschenden Finanznot beim effzeh, entschied das Präsidium das zähe Ringen für sich. Eine Anpassung wenige Jahre später an die neuen Wirklichkeiten erscheint nicht nur auf den ersten Blick als berechtigtes Anliegen der Initiative „100 % FC – Dein Verein“, die auch dank der Unterstützung von Lukas Podolski viel Zuspruch erfuhr.

Kompliziertes Unterfangen für „100 % FC – Dein Verein“

Es wird dennoch ein schwerer Weg: Die Mitgliedschaft von einer Satzungsänderung zu überzeugen und auf der Mitgliederversammlung eine Zweidrittelmehrheit einzuwerben könnte – vor allem, falls es dem Willen der effzeh-Entscheider widerspricht – ein kompliziertes Unterfangen werden. Doch selbst wenn das Projekt letztlich scheitern sollte: Der Vorstoß von „100 % FC – Dein Verein“ hat schon jetzt ein enorm wichtiges Thema für die Zukunft des 1. FC Köln auf die Agenda gesetzt und den Klub in Zugzwang gebracht. Spätestens jetzt ist mit Aussagen wie „Die Frage nach einem Einstieg eines Investors stellt sich aktuell nicht“ kein Staat mehr zu machen. Es müssen klare Antworten auf den Tisch. Dass der Souverän des Vereins jetzt in Aktion getreten ist, dürfte erneut nicht zum Schaden des Vereins sein.

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1 Kommentar

  1. Natürlich sit es wichtig und richtig, dass die Mitglieder dies mitbestimmen. Die Betonung liegt hier auf MIT.
    Ich persönlich kann mir allerdings ohnehin nicht vorstllen, das irgendein Wehrle (auch wenn es der Wehrle nach dem aktuellen Wehrle ist), es waagen würde signifikante Beteiligungen gegen den Vereinssouverän zu veräußern.
    Denn sonst ist der Wehrle schneller der nächste Ex-Wehrle wie man Kühne sagen kann.