Großer Name, großartiger Typ: Neven Subotic ist nicht nur ein starker Sportler, sondern nennt eine bewegte Vergangenheit sein Eigen, die sein Handeln bis heute prägt.

Teure Autos, teure Kleidung, teure Reisen: Denkt man an das Image eines Fußballstars, sind das die Statussymbole, die einem sofort einfallen. In dieses Klischee passt Neven Subotic so rein gar nicht: Der 28-jährige Innenverteidiger, der das kommende halbe Jahr die Abwehr des 1. FC Köln verstärken soll, nutzt seine Freizeit als Profi ganz anders: Statt ständig vor der Playstation zu hängen oder im Nachtleben die Sau herauszulassen, kümmert sich der serbische Nationalspieler mit seiner Stiftung in Äthiopien um sauberes Trinkwasser.

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Und geht in dieser Aufgabe völlig auf: „Den Hauptteil meines Tages verbringe ich als Fußballprofi. Neben dem Training gehören auch Regeneration und weitere Behandlungen dazu. Die Zeit, die dann noch übrig bleibt, verwende ich gerne für die Stiftungsarbeit. Ich habe das große Privileg, zwei Jobs zu haben, die mich sehr ausfüllen“, sagte Subotic in einem Interview mit „sport1.de“: „Meiner Meinung nach besteht das Leben nicht nur aus Fußballspielen. Das ist eine wunderbare Leidenschaft und ebenso mein Traumberuf. Ich habe in jungen Jahren so viel Glück gehabt, dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten sehr dankbar bin, jetzt auch etwas zurückgeben zu können.“

Meiner Meinung nach besteht das Leben nicht nur aus Fußballspielen. Das ist eine wunderbare Leidenschaft und ebenso mein Traumberuf. Ich habe in jungen Jahren so viel Glück gehabt, dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten sehr dankbar bin, jetzt auch etwas zurückgeben zu können.

Flucht aus den Kriegswirren in der Heimat

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Das Glück, das Subotic meint, ist eine Odyssee in jungen Jahren, die dem gebürtigen Bosnier gleich mehrere Orte als Zuhause lieferte: 1990 flohen seine Eltern mit dem jungen Neven vor den Kriegswirren in seinem Heimatland nach Deutschland. In der Nähe von Pforzheim finden sie ein neues Heim, leben sich ein und sind Teil der Gemeinde. Allerdings sind sie als Kriegsflüchtlinge rechtlich nur geduldet, quasi auf der Durchreise. Der Rückführung nach Bosnien entgeht die Familie nur durch die Zuteilung einer Greencard für die USA – es geht auch für den gerade zehnjährigen Neven über den großen Teich.

Ständiger Begleiter und Integrationshelfer: Fußball. „Durch den Fußball habe ich bisher die meisten Freunde in meinem Leben gemacht“, sagte Subotic schon in seiner Mainzer Zeit dem „11Freunde“-Magazin. In Deutschland machte der junge Neven seine ersten Schritte beim TSV Schwarzenberg, in Florida kickt er regelmäßig im Park. Ein Zufall wird sein Sprungbrett für eine große Karriere: Subotic wird vom U17-Auswahltrainer der USA im Park entdeckt und gefördert.

Foto: Joern Pollex/Bongarts/Getty Images

Der Lohn all der Mühen: Die erträumte Rückkehr nach Deutschland, wo sich das baumlange Talent Mainz 05 anschließt. Keine leichte Zeit, doch Subotic beißt sich durch. Mit Disziplin, viel Leidenschaft und unbändigem Kampfgeist. Unter Jürgen Klopp gelingt ihm der Durchbruch bei den Profis, der steile Aufstieg führt den talentierten Youngster 2008 mit seinem Mentor gemeinsam nach Dortmund. Der Anfang einer Erfolgsstory: Als „Kinderriegel“ verspottet löst Subotic zusammen mit Mats Hummels die routinierte BVB-Abwehr um Christian Wörns und Robert Kovac ab.

Liebling der Dortmunder Südtribüne

Und das Duo avanciert zum prägenden Faktor bei der Borussia. Hier der spielstarke, filigrane Hummels, dort der kampfstarke, robuste Subotic. Ein schier unüberwindbarer Abwehrblock. Der BVB wird 2011 Meister, holt 2012 das Double und steht ein Jahr später im rein deutschen Champions-League-Endspiel den Bayern gegenüber. Der Höhepunkt der Rivalität zwischen den Schwergewichten – am Ende mit dem besseren Ende für die Münchener. Dennoch: Subotic zählt zu den besten Innenverteidigern des Kontinents. Geradlinig, durchsetzungsstark, emotional: Der 1,93-Meter-Hüne zählt längst zum Dortmunder Inventar, ist einer der Publikumslieblinge der Südtribüne. Nicht nur wegen seines kämpferischen Auftretens auf dem Platz, sondern auch wegen seines Engagements für Bedürftige in seiner Freizeit.

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