Unter der Woche standen Neven Subotic und Yuya Osako den Medienleuten des 1. FC Köln und der Bundesliga zum Gespräch bereit – wir haben die wichtigsten Aussagen gesammelt.

Für Neven Subotic verging die Zeit zuletzt wie im Flug. Weil der serbische Innenverteidiger am 26. Januar von Dortmund nach Köln umzog und fortan in der schönsten Stadt Deutschlands seinem Beruf nachgeht, kommt ihm die Zeit auch wesentlich länger vor. „Gefühlt sind 40 bis 50 Tage vergangen, nicht nur drei Wochen. In der Zeit habe ich so viele Eindrücke gesammelt“, gab er im Interview auf der effzeh-Homepage zu Protokoll.

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Zu den Eindrücken in der neuen Umgebung gehören die Auswärtsspiele, der Heimsieg gegen Wolfsburg inklusive „Schalwedeln“ bei der Hymne – und der Umgang mit dem Verantwortlichen am Geißbockheim. „Ich wurde gut empfangen. Alles passt hier, ich muss nur noch meine Arbeit machen. Die Mannschaft und das Team darum haben mir ab dem ersten Tag gezeigt, dass ich hier glücklich werden kann, wenn ich hart arbeite. Genau das habe ich gesucht und das ist seit dem ersten Tag gegeben. Nach knapp drei Wochen fühlt sich das nicht an, als wäre ich in einer neuen Mannschaft. Ich bin schon integriert und fühle mich als Teil der Mannschaft – auf und neben dem Platz“, zeigt sich Subotic zufrieden mit den Anfangswochen in Köln.

Subotic: „Mir war klar, dass ich keinen Stammplatz habe“

Foto: Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images

Damit er sich besser auf seine Chance beim effzeh einlassen könne, habe er „direkt am zweiten Tag“ damit begonnen, nach Wohnungen zu suchen. Beruhigend zu wissen, dass Subotic nicht aus dem Koffer und nicht im Hotel lebt, sondern in Köln sesshaft werden will.

Die Integration verliefe bisher wie nach Plan – Köln sei gar ein „Musterbeispiel“. Subotic weiß, dass zwischenmenschliche Beziehungen auch in einer Fußballmannschaft von enormer Bedeutung sind und dass er dafür ebenfalls etwas investieren muss: „Ich bin niemand, der denkt, ich könnte hier hinkommen und es würde schon irgendwie laufen. Mir ist ganz bewusst, dass ich alles geben muss um mich zu beweisen und Teil der Mannschaft zu sein.“

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Dass er zwischendurch auch auf seine Chance warten musste, sei daher keine Überraschung gewesen: „Mir war klar, dass ich hier nicht hinkomme und direkt einen Stammplatz habe. Das haben wir im Vorfeld auch besprochen, ich bin hier ohne Garantie hingekommen. Ich habe hier eine Chance und die versuche ich mit harter Arbeit zu nutzen.“

Gegen Freiburg reichte es dann zum ersten Mal für die Startelf, abzuwarten bleibt, ob der Serbe auch gegen Schalke in der Mannschaft steht. Die lange Zeit des Ausfalls verbrachte Subotic dabei nicht mit Grübeln: „Ich habe nie an irgendwas gezweifelt. Ich habe Fußball nicht verlernt, ich benötigte nur Zeit, um wieder in Form zu kommen. Ich habe mich im Trainingslager beim BVB vorbereitet, und nun auch hier. Wenn ich gesund bin, kann ich meine Leistung bringen.“

Osako: „Das Zusammenspiel mit Modeste funktioniert richtig gut“

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Sein Kollege, der Japaner Yuya Osako, kann bisher auf eine starke Saison zurückblicken: Vier Tore und vier Vorlagen stehen für den Offensivmann zu Buche. Im Gespräch mit bundesliga.de gibt er zu, dass er sich im Vergleich zu den Vorjahren „in seiner aktuellen Rolle wohler“ fühle, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren insgesamt nur auf vier Tore kam. Dies lag auch daran, dass Osako vermehrt im Mittelfeld und nicht im Sturm, seiner eigentlichen Lieblingsposition, zum Einsatz kam.

Ich wusste immer, dass die Verantwortlichen an mich glauben. Das war und ist einerseits ein sehr schönes Gefühl, hat mich andererseits aber auch etwas traurig gemacht, weil ich wusste, dass ich mich noch verbessern kann.

„Tatsächlich fühle ich mich ganz vorne am wohlsten, Stürmer war schon in Japan immer meine Lieblingsposition“, betont der Japaner, der 2014 von den Münchner Löwen an den Rhein wechselte. Dass es nicht immer so gut lief, Osako aber trotzdem fester Bestandteil der Mannschaft war, hatte er in erster Linie dem Vertrauen von Stöger und Schmadtke zu verdanken, wie er zugibt: „Selbstverständlich hat niemand vorsätzlich Druck aufgebaut, und ich wusste immer, dass die Verantwortlichen an mich glauben. Das war und ist einerseits ein sehr schönes Gefühl, hat mich andererseits aber auch etwas traurig gemacht, weil ich wusste, dass ich mich noch verbessern kann.“

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Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Die Zusammenarbeit mit seinem Sturmpartner Anthony Modeste funktioniere laut Osako „richtig gut“ – er selbst profitiere davon, dass viele Verteidiger sich auf Modeste fokussieren und daher „mehr Platz und Möglichkeiten“ für ihn selbst entstünden. In Deutschland habe Osako sich mit seiner Familie bisher glänzend eingelebt, obwohl der Karneval für einen zurückhaltenden Japaner wie ihn bestimmt schwer zu verstehen ist.

Eine enge Bindung pflegt Osako zu Atsudo Ushida, derzeit verletzter Rechtsverteidiger des FC Schalke, mit dem er sich regelmäßig treffe. 2009 gewannen beide zusammen den japanischen Meistertitel mit den Kashima Antlers.

Was den Blick in die effzeh-Geschichte angeht, ist Osako ebenfalls bestens im Bilde: Yasuhiko Okudera, Mitglied der Double-Mannschaft von 1978, ist im natürlich ein Begriff. „Als erster Japaner in der Bundesliga war es damals, 1977, bestimmt nicht einfach für Okudera. Dafür, dass er diesen Weg dennoch gegangen ist und so die Türen für kommende Generationen japanischer Fußballer geöffnet hat, kennt und respektiert ihn heute jeder in Japan, der sich für Fußball interessiert. Und er hat sich diesen großen Respekt auf jeden Fall verdient.“

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