Nach dem Pokalaus in Hamburg steht für den effzeh zum Ende der englischen Woche am Sonntag das Auswärtsspiel in Freiburg an. Das Duell mit dem Aufsteiger ist völlig überraschend das Aufeinandertreffen von Tabellennachbarn. Das Vorspiel zu #SCFKOE. 

Peter Stöger ist keiner, der Niederlagen einfach so wegwischt, als wäre nichts gewesen. Das verdiente Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Hamburg war erst die vierte Pflichtspiel-Niederlage seiner Mannschaft in dieser Saison. Der Trainer findet das Ausscheiden auf der Pressekonferenz vor dem Spiel im Breisgau „bitter“. Peter Stöger ist nicht sauer, Peter Stöger ist enttäuscht.

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Aber zugleich ist der Kölner Trainer einer, der nach vorne blickt, der lieber über die Stärken seiner jungen Mannschaft spricht, als einer Niederlage hinterher zu trauern. Und das völlig zurecht. „Wir sind noch nicht am Ende unserer Möglichkeiten“, sagt Stöger. Er sieht in seinem Team noch viel Potential. Eigentlich ist das verrückt. Denn der 1.FC Köln steht nach 19 Spieltagen auf Rang sieben der Bundesligatabelle. 32 Punkte hat der effzeh gesammelt, Eintracht Frankfurt, derzeit auf einem Champions-League-Platz, hat nur drei Zähler mehr. Wenn dieses Team noch nicht am Ende ist, dann herzlichen Glückwunsch effzeh.

Freiburg „außergewöhnlich gut“

Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Dennoch hat die Niederlage in Hamburg gezeigt, dass die starke Saison nur fortgesetzt werden kann, wenn jeder Spieler immer alles abruft, wenn nicht mal fünf Prozent fehlen. Das wird auch gegen Freiburg so sein. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich ist ein Aufsteiger! Das nur mal eben zur Erinnerung. Aber wenn die Kölner in dieser Saison überperformen, dann tun das ganz sicher auch die Breisgauer. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen Gladbach tickt Streich ganz ähnlich wie Stöger. Natürlich hat er sich nicht über die Niederlage gefreut, aber trotzdem formuliert er: „Die Mannschaft ist außergewöhnlich gut. Wir müssen in Freiburg froh sein, eine solche Mannschaft zu haben.“

Kein Wunder. Platz acht, 26 Punkte. Der SC Freiburg hat bislang alles rausgeholt. Vor allem Vincenzo Grifo spielt eine herausragende Runde, die so nicht unbedingt zu erwarten war. Der technisch hochbegabte Standardspezialist kam über die Stationen Hoffenheim, Dresden und FSV Frankfurt in den Breisgau. Immer wieder zeigte er bereits in Liga 2, dass er mit genialen Momenten Spiele entscheiden kann. Aber erst in dieser Saison hat Trainer Streich es geschafft, Grifo voll in sein laufintensives System zu integrieren. War früher der Rückwärtsgang beim Offensivakteur noch manches Mal blockiert, so läuft der Deutsch-Italiener heute mindestens so viel wie seine Mitspieler. Neun Vorlagen hat er in dieser Bundesligasaison bereits gesammelt: Bundesliga-Spitzenwert!

Stöger: „Wir wollen mit Punkten zurückkommen“

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effzeh-Trainer Peter Stöger reist nicht nur deshalb mit einer Mischung aus Respekt, Siegeswillen und Vertrauen in die eigenen Stärken nach Freiburg. Anerkennend sagt er Freiburg habe „genau so wenig damit gerechnet wie wir, dass sie da stehen, wo sie stehen.“ Der große Unterschied zwischen den beiden Überperformern ist vor allem in der Statistik abzulesen. Freiburg läuft viel, der effzeh eher wenig. Stöger erklärt das damit, dass sein Team eben „sehr gut organisiert“ sei. Doch genau das ist der Punkt. Wenn die Organisation nicht perfekt funktioniert, wenn nicht jeder die entscheidenden Meter macht, entstehen Lücken. Und Mannschaften wie der SC Freiburg sind auf eben jene Lücken spezialisiert.

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Doch Stöger hat großes Vertrauen in die Stärke seiner Mannschaft. Er will aus Freiburg mit „Punkten zurückkommen.“ Die Mehrzahl betont der Österreicher dabei ganz besonders. Drei Punkte sollen es sein, der dritte Bundesligasieg in Folge und ein ganz wichtiger Schritt, um sich in der Spitzengruppe festzusetzen. Denn mit einem Sieg gegen den Tabellennachbarn dürfte die Kluft zwischen Rang 7 und dem Rest der Bundesliga größer werden, ganz im Interesse des nach Europa schielenden 1.FC Köln. Hoffnung darauf gibt, dass einem Einsatz des derzeitigen Kapitäns Jonas Hector wohl wenig im Weg steht. Artjoms Rudnevs dürfte dagegen ausfallen. Peter Stöger will auf die Niederlage gegen den HSV antworten. Mit einem Sieg.

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