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Spielerportraits

Jhon Córdoba im Porträt: Der kolumbianische Drogba

Der neue Rekordtransfer steht fest: Jhon Córdoba kommt für ungefähr 15 Millionen Euro aus Mainz. Wir haben den Neuzugang im Porträt!

Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Der neue Rekordtransfer steht fest: Jhon Córdoba kommt für ungefähr 15 Millionen Euro aus Mainz. Wir haben den Neuzugang im Porträt!

Hui, das war schon ein sehr interessanter Tag gestern für den 1. FC Köln. Nachdem der Verein am Vormittag vermeldete, dass die Verhandlungen über einen Transfer von Anthony Modeste vorerst zum Erliegen gekommen waren, legte er am späten Nachmittag nach: Die Verpflichtung von Jhon Córdoba am selben Tag bekanntzugeben, lag jetzt nicht zwingend auf der Hand. Unabhängig davon, wie der Poker um Anthony Modeste weitergeht und welche Dinge dort noch ans Licht kommen: Der effzeh hat sich mit dem Kolumbianer Jhon Córdoba einen neuen Rekordtransfer geleistet – bis dato war die Rückkehr von Lukas Podolski im Jahr 2009 die kostspieligste Investition in einen Spieler.

Offiziell wurde die Ablösessumme zwar nicht benannt, sie soll sich – so wird’s gemunkelt – aber im Bereich zwischen 15 und 17 Millionen Euro befinden – da muss man schon einmal schlucken und kurz innehalten. Der Effekt des Córdoba-Transfers wäre wohl auch größer gewesen, wenn nicht am selben Tag die Modeste-Meldung ganz Fußball-Deutschland aufgeschreckt hätte. Eigentlich hatte jeder damit gerechnet, dass der 1. FC Köln erst den Vollzug des Transfers von Modeste vermeldet und danach einen Ersatz präsentiert – dass Jhon Córdoba ein Kandidat war, schien ja schon länger deutlich durch. Nun steht der Transfer fest und der effzeh hat wenige Tage vor Trainingsstart auf einmal zwei (mit einem gesunden Sehrou Guirassy sogar drei) echte Mittelstürmer im Kader. Unabhängig davon, wie es mit Modeste weitergeht, hat Peter Stöger jetzt einen Spieler hinzubekommen, dessen Qualität die Mannschaft nach vorne bringen wird. Doch der Reihe nach.

Über Kolumbien und Mexiko nach Europa

Geboren wurde Jhon Andrés Córdoba Copete am 11. Mai 1993 im Nordwesten Kolumbiens. Seine Jugend verbrachte er beim Envigado FC, für den er bereits als 18-Jähriger in der ersten kolumbianischen Liga auflief und dort zwischen 2010 und 2012 in 35 Spielen elfmal traf. Zu Beginn der Saison 2012/2013 wechselte Córdoba in die mexikanische erste Liga zu Chiapas FC – dort sprang in 19 Spielen allerdings nur ein Treffer heraus. Trotz dieser relativ mageren Ausbeute wagte Córdoba in der Saison 2013/2014 den Schritt nach Europa – aufnehmender Verein war Espanyol Barcelona. Die Katalanen verpflichteten ihn allerdings nur auf Leihbasis.

Cordoba im Einsatz für Espanyol | Foto: David Ramos/Getty Images

In 33 Spielen schoss Córdoba vier Tore, durfte allerdings dennoch in Spanien bleiben: Für die Saison 2014/2015 nahm ihn der FC Granada, damals in einer relativ turbulenten Phase, unter Vertrag. Erneut lassen die Leistungsdaten von Córdoba nicht unbedingt die Kinnlade runterfallen: Für Granada traf er in 28 Spielen viermal. Sein Weg ging dann zuerst auf Leihbasis bei Mainz weiter, wo er in 59 Spielen immerhin 13 Treffer erzielen konnte, darunter auch ein Treffer gegen den effzeh im April 2016. Spätestens jetzt dürften sich viele Leserinnen und Leser fragen: „15 Millionen? Für eine solche Trefferquote?“ Antwort: Immer langsam mit den jungen Pferden!

Warum die Trefferquote allein kein Maßstab sein kann

Gewiss, die Trefferquote des Kolumbianers sticht nicht sonderlich heraus. Dennoch, und das kann nicht oft genug betont werden, ist er mit seinen 24 Jahren auch noch kein fertiger Spieler. Beim 1. FSV Mainz 05 konnte er seine unbestrittenen Qualitäten bereits andeuten, auch wenn er seine Torquote nur leicht verbessern konnte. Doch wir wollen mal nicht unterschlagen, dass auch Anthony Modeste nicht als absoluter Goalgetter in Köln ankam. Peter Stöger und sein Trainerteam haben bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie in langfristiger Zusammenarbeit Spieler besser machen können, wenn sie an ihre Qualitäten glauben – und vor allen Dingen Geduld und Vertrauen entgegengebracht bekommen. Ähnlich sieht wahrscheinlich auch der Plan für Córdoba aus, dem effzeh-Geschäftsführer Jörg Schmadtke sogar „großes Entwicklungspotenzial“ attestiert.

Auf der nächsten Seite: Stärken und Schwächen von Jhon Cordoba

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