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Nach der Niederlage in Augsburg: Stöger findet „Schönreden“ gefährlich

Es war eine ziemlich schlechte Leistung des effzeh in Augsburg – die Stimmen der Protagonisten nach dem Spiel offenbaren ebenfalls Einiges.

Foto: Jan Hetfleisch/Bongarts/Getty Images

Es war eine ziemlich schlechte Leistung des effzeh in Augsburg – die Stimmen der Protagonisten nach dem Spiel offenbaren ebenfalls Einiges.

Nein, über Europa traut sich momentan niemand zu sprechen beim 1. FC Köln. Die völlig verdiente Niederlage gegen den FC Augsburg am Samstag verdeutlichte einmal mehr, dass der effzeh in diesen Wochen weit weg von der Bestform ist. Zwar hat sich die tabellarische Situation nicht wirklich dramatisiert, der Auftritt in Augsburg hinterließ dennoch das ein oder andere Fragezeichen. Der relativ leblose Auftritt im ersten Durchgang schien auch effzeh-Kapitän Lehmann nicht sonderlich gefallen zu haben. Im zweiten Abschnitt wurde es zwar leicht besser, für einen Punktgewinn sollte es dennoch nicht reichen. „Das ist einfach nicht unser Anspruch. Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen, obwohl wir genau wussten, wie es laufen wird. Das ist ja das Schlimme“, motzte er nach dem Spiel gegenüber dem Kicker.

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Stöger auf der PK: „Eine bittere Niederlage“

Sein Chef Stöger schlug in die gleiche Kerbe. Auf der Pressekonferenz gab er zu Protokoll, dass es „eine bittere Niederlage“ gewesen sei. „Wir haben selbst unseren Teil dazu beigetragen, weil wir uns im Abwehrbereich zu einfache Fehler erlaubt haben. Im Spiel haben wir uns von der Hektik anstecken lassen.“ Das wäre ja alles nicht so schlimm, hätte man eben vorher nicht explizit davor gewarnt, dass dieses Spiel eben genau so nicht laufen dürfte. Und dennoch ließ sich der effzeh anstecken von einem Gegner, der dieses Spiel nur über die Emotionalität, die Aggressivität und die Hektik für sich entscheiden konnte.

Stögers Aussagen danach geben Rätsel auf

Bemerkenswert war im Anschluss eine Aussage, bei der man beim Zuhören schon stutzig werden konnte. Stöger ergänzte zum Auftreten nach der Pause: „In der zweiten Halbzeit haben wir alles dafür getan, dass man das Gefühl gehabt hat, dass wir das Spiel noch drehen wollen, dass wir an uns glauben. Es wäre auch mehr drin gewesen, aber wir haben im offensiven Bereich nicht immer richtige Entscheidungen getroffen. Das war aber zumindest so, wie ich mir das vorgestellt habe.“

Foto: Jan Hetfleisch/Bongarts/Getty Images

Der effzeh konnte das Spiel nachweislich nicht drehen und es ist fraglich, inwieweit es dann hilft, eine bessere, aber immer noch schlechten zweiten Halbzeit als „couragierten Auftritt“ zu bezeichnen. Ob der effzeh egal zu welchem Zeitpunkt des Spiels wirklich alles dafür getan habe, das Ruder noch herumzureißen, konnte man nicht wirklich erkennen.

Gegenüber dem Geißblog sagte Stöger später, dass es die Situation „gefährlich machen“ würde, „dass man sich Dinge schönredet“. Er wolle nicht gelten lassen, dass es nach der Pause besser ausgesehen hätte.

Die Hochgefühle aus dem Jahr 2016 sind verflogen

Der Abstiegskampf hat zwar für den effzeh nach dieser Niederlage zwar nicht begonnen, die vielen schlechten Auftritte zuletzt sind dennoch alarmierend. Die schlechten Zeichen bleiben der Mannschaft auch nicht verborgen – Matthias Lehmann sagte gegenüber dem Kicker: „Wir dürfen jetzt nicht denken, wir haben 40 Punkte und die Saison ist vorbei, denn dann bekommen wir Riesenprobleme und werden noch ein paar Plätze nach hinten durchgereicht.“ Der defensive Mittelfeldspieler scheint sich also durchaus der Situation bewusst zu sein. Lehmann ging sogar soweit und sagte, dass das anvisierte Ziel von 43 Punkten nicht erreicht werden könne, „wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit“. So würden es stattdessen noch „richtig hässliche fünf Spiele“.

Redebedarf am Geißbockheim

Auffallend ist, dass Stöger davon spricht, dass die zweite Halbzeit ja eigentlich in Ordnung war, während sein Kapitän etwas überspitzt sagt, dass man mit einem solchen Auftreten keine Punkte mehr holen würde. Es besteht also durchaus Diskussionsbedarf am Geißbockheim, denn nach einer sehr guten Hinrunde droht dem effzeh jetzt zur Unzeit der Absturz auf hintere Plätze.

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