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Meinung

Trainerdebatte beim 1. FC Köln: Wir schaffen das – mit Stöger

Trotz Krise denkt beim 1. FC Köln niemand über einen Trainerwechsel nach. An Peter Stöger festzuhalten ist richtig, das zeigt ein Vorbild aus dem Norden.

COLOGNE, GERMANY - AUGUST 25: Peter Stoeger, coach of Koeln, (l) and Joerg Schmadtke, sporting director of Koeln, ahead of the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Hamburger SV at RheinEnergieStadion on August 25, 2017 in Cologne, Germany. (Photo by Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images)
Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Trotz der Krise denkt beim 1. FC Köln niemand über einen Trainerwechsel nach. An Peter Stöger festzuhalten ist der richtige Weg, das zeigt ein Vorbild aus dem Norden.

Die Krise. Immer schlimmer. Niederlage folgt auf Niederlage. Letzter Platz. Panik im Blick. Statt Durchatmen Hyperventilation. Und in dieser schwierigen Situation dann auch noch das: Bittere Pleite beim Aufsteiger. Trotz vernünftiger Leistung. Wegen einer abgefälschten Murmel kurz vor dem Schlusspfiff, die man sich zu allem Überfluss selbst ins Netz gelegt hat. Leere, Tristesse, viele Fragen. Nach der Mannschaft. Gut genug? Wohin der Schwung? Nach dem Trainer. Erreicht er die Spieler noch? Ist er überhaupt zu halten? Die Antwort aus dem Verein unisono: Weiter, immer weiter. Wir gehen unseren Weg weiter. Wir schaffen das!

>>> Der 1. FC Köln in der Krise: Welche Rolle spielt die Psyche?

Dachte sich der FC St. Pauli in der vergangenen Saison. Trotz lediglich sechs Punkten in zwölf Spielen hielt der Kiezklub an Trainer Ewald Lienen fest. Trotz der Mechanismen des Geschäfts, die oft genug beschworen werden. Trotz des immensen Drucks von außen, trotz der angespitzten Bleistifte der Boulevardmedien. Weil der Eindruck war: Lienen und die Mannschaft sind eine funktionierende Einheit, Lienen und die Mannschaft arbeiten Tag für Tag hart an der Wende, Lienen und die Mannschaft schaffen das. Die Belohnung folgte am Ende der Saison: Eine starke Rückrunde später hielt St. Pauli die Liga. Sogar souverän – die Geduld zahlte sich aus!

Mannschaft und Fans stehen fest zum Trainer

Einen ähnlichen Weg verfolgt derzeit der 1. FC Köln: Dem Fehlstart zum Trotz steht Peter Stöger nicht zur Disposition. Nur ein Zähler aus acht Spielen? Das lässt die Verantwortlichen am Geißbockheim kalt. Torflaute und bittere Niederlagen? Zum Handeln gezwungen sieht sich Jörg Schmadtke nicht. Auch unter den als notorisch unruhig verschrienen effzeh-Fans regt sich kein großer Widerspruch, die hitzigen Debatten zielen eher eine Etage darüber. Der Zuspruch für den Trainer ist groß, er hat es sich in den letzten Jahren erarbeitet. Ein verdienter Vertrauensbonus, der sich auch in den Reaktionen im Stadion niederschlägt.

COLOGNE, GERMANY - OCTOBER 01: FC Kaoeln Manager / Head Coach, Peter Stoger looks on during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and RB Leipzig at RheinEnergieStadion on October 1, 2017 in Cologne, Germany. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images)

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Auch aus dem direkten Umfeld ist nichts Negatives zu hören: Die Mannschaft steht wie ein Mann hinter ihrem Chef. „Ich erlebe ihn als sehr guten Trainer, der einen guten Draht zu den Jungs hat. Sie tun alles für ihren Trainer, das ist sehr wichtig für den FC. Das Vertrauen ist also da – wir glauben alle daran, die schwierige sportliche Situation bald ändern zu können“, schildert Claudio Pizarro seine Einblicke nach kurzer Zeit in Köln. Auch andere Spieler wie Leonardo Bittencourt stehen felsenfest zu Peter Stöger: „Sollte es wirklich mal jemanden geben, der gegen diesen Trainer spielt, der hat entweder noch keinen anderen Trainer erlebt oder er muss verrückt sein. Jeder Spieler in diesem Kader und jeder, der unter Peter Stöger gespielt hat, wird sagen: Er ist der beste Mensch, den er als Trainer haben kann“, sagte er dem „Geissblog“.

Rückhalt als Rückenwind für die Rettung

Der beste Mensch, aber auch aktuell die beste Lösung für den effzeh? Wer die Leistungen in den letzten Wochen gesehen hat, wer sich auch mit Alternativen beschäftigt, der wird feststellen: Es geht nur mit Peter Stöger – oder gar nicht! Dass rund um das Geißbockheim derzeit niemand die Nerven verliert, sondern stattdessen ein Klima der Unterstützung herrscht, macht Mut für die kommenden, schwierigen Wochen. So sehr es sportlich nach dem alten effzeh aussieht, ist der Eindruck neben dem Platz ein gänzlich anderer. Kein Machtkampf der Eitelkeiten bei den Verantwortlichen, kein panikartiges Aufbegehren der Fans. Der Rückhalt, den Team und Trainer spüren, kann der Rückenwind sein, der die „Geißböcke“ aus der Krise zieht.

>>> Pizarro im Interview: „Mein Herz schlägt für Werder, doch mein Kopf ist nur beim 1. FC Köln“

Dass sich diese Ruhe auszahlen kann, zeigt der Blick in den hohen Norden. Dieselbe Diskussionen zogen sich durch die Hinrunde des FC St. Pauli. Nicht nur aufgrund der Verdienste, sondern vor allem dank der eigenen Überzeugung setzten die Kiezkicker auf Ewald Lienen – und behielten am Ende recht. Dass dies auch in Köln möglich zu sein scheint, ist nicht von der Hand zu weisen. Dass überhaupt darüber nachgedacht wird, ob Peter Stöger möglicherweise sogar den Gang in die zweite Liga mitmachen sollte, zeigt die Veränderungen am Standort. Der Lohn dieser Geduld steht noch infrage. Dennoch: Weiter, immer weiter. Wir gehen unseren Weg weiter. Wir schaffen das!
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